Donnerstag, 28. August 2008

36

Gipfeljahr!

Alles Gute wünsch ich mir.

Im evangelischen Religionsunterricht der siebten Klasse sollten wir ein Diagramm zeichnen, das die anzunehmenden Höhe- und Tiefpunkte in unserem zukünftigen Leben abbildet. Die Kollegen legten los: mit 16 der erste Zungenkuss, mit 18 Auto- und Führerschein usw. Die meisten brauchten die ganze Stunde für den Quatsch. Ich war nach zehn Sekunden fertig - die Lebenserwartung lag damals übrigens wirklich noch bei vernünftigen 72 Jahren [Click]:

Mittwoch, 27. August 2008

Nota bene

Das erste Notebook, das ich anno 2001 kaufte, kostete 3.900 Euro. Ein Thinkpad A31. Das ist lange her, und ich musste noch keinen Unterhalt bezahlen. Sieben Jahre und drei oder vier Notebooks später, war es jetzt wieder so weit: Kassensturz machen und Notebook kaufen. Heraus kam ein 599,90 Billig-Lenovo mit 1680x1050er-Auflösung. Bis auf die Lautsprecher kann ich das den Unterhaltspflichtigen unter uns aber durchaus empfehlen.

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Heute habe ich herausgefunden, dass die Eierkopfabteilung, in der ich arbeite, eine stolze Geschiedenen-Quote von 57 % aufweist. Theoretisch könnten wir eine Männergruppe gründen.

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Meine Ex-Frau hat Albträume: entweder ich verfolge sie mit einer Axt und/oder ich vergewaltige sie.

Rome: "Ich hab' gar keine Axt. Höchstens eine elektrische Heckenschere. Und, auch wenn dich das kränkt, wegen dir wollte ich jetzt auch nicht unbedingt in den Knast."

Ex: "Naja. Ich weiß ja auch nicht. Diese Vergewaltigungsträume hatte ich früher schon mal. Aber jetzt hat der Vergewaltiger eben dein Gesicht."

Rome: "Hm. Bin ich denn wenigstens gut?"

Ex: "Arschloch."

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Ein Kumpel von mir hatte mal eine On-/Off-Beziehung mit einer Krankenschwester. Im Prinzip waren die beiden füreinander bestimmt, aber es kam halt immer mal 'was dazwischen. Nach ein paar Jahren Hickhack, sie waren gerade wieder getrennt, wollte sie ihn zurück. Er knüpfte die Wiedervereinigung an eine Bedingung: Analverkehr. Ich bin nüchtern und das ist kein Witz. Und sie übrigens darauf eingegangen - jedenfalls für ein paar Monate.

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Merke: Notebooks, Beziehungen und Analverkehr nutzen sich unweigerlich ab.

Dienstag, 26. August 2008

Pläne

Am Mittwoch gewinne ich 14 Millionen im Lotto. Ich habe mir noch gar nicht überlegt, was ich mit dem Geld anfange. Keine Ahnung, wie schnell die das Geld überweisen. Vor Montag nächster Woche wird das ja sicher nichts. Dann habe ich ja noch ein bisschen Zeit, mir 'was zu überlegen. Hm.

Frau Müller bekommt eine halbe Million. Meine Ex bekommt eine Million als Abfindung. Da kann die dann erstmal schön befreit rumbumsen. Meine Eltern brauchen nix, sind selber reich. Meinem Arbeitgeber erzähle ich 'was von wegen Burnout und Psychokrise. Geht den ja nix an. Dann gibt's da noch ein Cousine in Berlin. Halbe Million. Bleiben zwölf Millionen. Gekündigt habe ich dann ja schon. Hm. Eine neue Frau kaufen? Nein. Neues Haus? Weiß nicht. Neues Auto? Weiß nicht. Wegfahren? Geht nicht so richtig wegen der Kleinen. Golf spielen und Cabrio fahren? Achnaja. Es würde darauf hinauslaufen, möglichst oft die Kleine vom Kindergarten abzuholen und Zeit mit ihr zu verbringen. So viel sie will und ihre Mutter zuläßt. Ich muss bei Gelegenheit mal durchrechnen, ob ich dafür wirklich zwölf Millionen brauche.

Montag, 25. August 2008

Dr. B.

Dr. B. ist der Richard Gere der Frauenmedizin, nur ein bisschen attraktiver und männlicher. Mit zwanzig wurde er zum ersten Mal Vater, nachdem er eine ihm prinzipiell unbekannte französische Studentin während einer Zugfahrt durch Frankreich auf dem Klo gebumst hatte. Ist schon ewig her, aber er hält Kontakt zu seiner Erstgeborenen. Sie sehen sich zwei- oder dreimal im Jahr. Mit Ende zwanzig war er dann verheiratet, hatte zwei Jungs, eine sehr nette Frau, ein Haus mit großem Garten mitten in der Stadt und eine riesige Frauenarztpraxis mit dem größten Privatlabor in der Stadt. Alle Frauen wollten Termine bei ihm - und alle waren sie heimlich in ihn verknallt. Er blieb standhaft, so lange es ging. Also eher nicht so lange. Zuerst bumste er mit Sprechstundenhilfen. Dann ganz vereinzelt mit Patientinnen. Dann eigentlich alle. Es dauerte auch gar nicht lange, bis irgendeine verliebte Trulla Terror machte und bei seiner Frau anrief. Seine Frau war wiegesagt eine nette Frau. Sie sagte, hör auf damit. Und er hörte auf. Vier oder fünf Monate lang. Ein bisschen später die Scheidung. Kostenpunkt: das Haus, die Jungs und 15.000 Mark monatlich. Er vediente gut, aber nicht so gut und musste erstmal in eine Mietwohnung und kaufte sich einen Golf. Dann bumste er weiter, wenn schon denn schon. Nach ein paar Jahren verliebte er sich in eine chinesische Ärztin. Sehr hübsch war sie, wenn man Chinesinnen mag. Er stellt sie mir auf einer Party meiner Eltern vor. Ich war 17 und - lange ist's her - auch ganz hübsch. Schlank, blond, durchtrainiert. Als Dr. B. uns nicht sah, griff sie mir in den Schritt und fragte, ob wir uns mal treffen wollen. Ich mochte Dr. B., traf sie nicht und sagte ihm nichts. Er war verliebt und treu und hatte seine Meisterin gefunden. Es gab Gerüchte, dass sie als Escort arbeitet. Sie bumste alles. Unter anderem auch seinen Onkel. Er passte sie vor der Alten Oper ("Dem Schönen, dem Guten, dem Wahren") ab und verprügelte den Onkel. Es hatte also einer chinesischen Nutte bedurft, ihn zu heilen. Fortan führte er feste monogame Beziehungen. Jeder Frau, der er sich nun annahm, kaufte er ein Haus und ein Auto. Preislage jeweils zwischen 1 - 2 Mio. Es gibt inzwischen sechs oder sieben von diesen Frauen. Aktuell ist er in einer Beziehung zu einer 32jährigen Studentin. Er ist jetzt um die 60.

Wozu diese Geschichte?

a) Aufklärung: das wurde alles von unseren Krankenkassen finanziert.
b) Ich muss ihn mal besuchen, ich brauche einen Mentor.

Superman, du altes Schwein

Es liegt nicht an der Größe meines Schwanzes! Ausrufezeichen! Und es ist somit nicht die Angst vorm Vergleich. Punkt. Aber ich bin fast 36 Jahre alt geworden, ohne dass ich mich jemals mit Ex-Freunden oder neuen Freunden von meinen Lebensabschnittsdingens persönlich auseinandersetzen musste. Das kam mir sehr entgegen. Danke, Superman. Das war ganz schön nett von dir. Schon die Vorstellung verursacht bei mir Herpes. Ich wüsste auch nicht, was man sich da so zu sagen hat: "Freut mich!", "Bläst ganz gut, oder?", "Darfst du sie eigentlich in den Arsch ficken?"? Manchmal sieht es so aus, als wäre die Welt zu kompliziert für mich. Große Teile meiner DNA sind offensichtlich sehr rückständig.

Letztes Wochenende war ich mit der Kleinen wieder im Senckenbergmuseum. Die haben Schrumpfköpfe da. Wenn es Schwierigkeiten unter den Buschmännern gab, hat man sich den Kopf abgeschlagen:

"Die faustgroße Trophäe wurde aus dem abgetrennten Kopf eines Gegners gefertigt. Zunächst wurden die Schädelknochen entfernt, anschließend die verbliebene Hauthülle mit dem Skalp gekocht, dann mit heißen Steinen und Sand oder heißer Asche befüllt, so dass diese zusammenschrumpfte und mumifizierte. Anschließend wurden die Gesichtszüge nachgestaltet. Eine anschließende mehrere Stunden dauernde Räucherung dient der Konservierung und sorgt für die dunkle Hautfarbe.
Um zu verhindern, dass die Rachegeister des Toten austreten konnten, wurde der Mund vernäht oder mit Pflöcken verschlossen.
Im Glauben dieser Völker ging damit die Lebenskraft des Getöteten auf den Besitzer über. Außerdem galt diese Behandlung als ultimative Demütigung des Opfers und wurde oft als „Vollendung“ der Blutrache durchgeführt."

Ist auch ein bisschen eklig, aber mir durchaus eingängiger als der persönliche Umgang unter Lochschwagern.

Naja. Meine Ex-Frau ist jedenfalls sehr attraktiv. Ich fürchte ich, es ist nur eine Frage von Stunden oder Tagen, bis sie einen anderen hat, wenn sie nicht ohnehin schon einen hat. Und ich kann den Kontakt wegen der Kleinen nicht einstellen. Danke, Superman, du elendes Arschloch.

Interner Vermerk: 2 LP (S + S) 1 + 1,5.

Für's Protokoll

Stichtag: 24.08.2008.

Wir waren 5,6 Jahre zusammen. 3,3 Jahre standesamtlich verheiratet. 2,9 Jahre kirchlich. Ich habe sie 0 mal angelogen und 0 mal betrogen.

Ich habe ziemlich genau ein Jahr nicht mehr - wie sagt man - gebumst. In vier Tagen werde ich 36.

Letzten Freitag hatte ich ein schwarzes Cordhemd auf der Arbeit an. Ich hatte ein wichtiges Meeting mit externen Head Ofs vergessen, war der einzige ohne Krawatte.

"Scheiße", sage ich also zu meiner lesbischen inzwischen geschiedenenen Kollegin. "Ich hatte das Meeting völlig vergessen."
"Macht nix, dafür siehst du aus wie Johnny Cash."
"Wie der Echte oder der aus dem Film."
"Wie der aus dem Film."
"Anfang, Mitte oder Ende des Films"
"Mitte."
"Verstehe."

Sonntag, 24. August 2008

Muh

Am ersten August war ich mit meiner Frau abends unterwegs. Wir haben eine Flasche Wein getrunken, gegessen, uns unterhalten, geheult, Händchen gehalten und irgendwann später im Parkhaus geknutscht.

"Das war ein Fehler. Das ging auch nur von dir und deiner merkwürdigen Aura aus. Ich empfinde nichts mehr für dich. Ich liebe dich nicht mehr. Und ich habe keine Hoffnung, dass das noch mal was wird", sagte sie vorhin am Telefon.

"Okay. Ich habe keine Ambitionen, dein Stalker zu werden. Wenn du meinst. Sag deiner Therapeutin bitte, dass ihr beide blöde Schweine seid, noch zwei Nummern dümmer als Dieter Bohlen. Planschkühe vor dem Herrn!"

Dieter Bohlen saß vor ein paar Jahren mit Estefania bei Kerner oder bei dem anderen Typen. Dieter war gerade wieder Vater geworden und wurde von Kerner oder dem anderen Typen nach seinem größten Fehler gefragt: "Ganz klar. Ich hätte niemals meine erste Ehefrau und unsere Kinder verlassen dürfen. Man darf und soll sich nicht von seiner ersten Familie trennen."

Estefania hat ein bisschen blöd geguckt, aber ich teile diese Meinung. Meine Frau ist eine elende Planschkuh mit tausend Macken (nebenbei: ich bin ein Vollidiot mit zweitausend Macken), aber ich habe nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass irgendwo eine bessere Frau oder ein besseres Leben auf mich wartet. Ohne Kinder, ja. Mit Kind, nein. Ich weiß, dass wir ohne weiteres die Kurve hätten kriegen können. Und ich weiß, dass wir das unserer Tochter schuldig waren. Aber ich kann meine Frau auch nicht bewustlos schlagen und/oder festbinden.

Ich weiß, dass es x-Millionen Trennungskinder und Patchworkfamilien gibt, aber deshalb muss das nicht richtig sein. Wenn man den Kontakt zu den Kindern hält, kommt man ohnehin nicht voneinander los. Dann kann man sich auch arrangieren, sich vertragen, zusammenbleiben und drei oder viermal im Jahr miteinander vögeln.

Dienstag, 5. August 2008

Losing Grip

Während ich gestern wütende Anrufe von diversen Head Ofs entgegennahm, die wissen wollten, warum ich die Produktion für zwei Stunden abgeschossen habe, surfte ich im Internet und lernte Homer Simpson Zitate auswendig. Homer: "I'm normally not a praying man, but if you're up there, please save me Superman." Parallel überlegte ich, wann ich zuletzt in irgendetwas vorbehaltlos gut war.

Es war 1981. In der 3b der Villa Kunterbunt. Ich war ungekrönter Eckenrechnerkönig. Das Mathebuch für das gesamte dritte Schuljahr hatte ich nachmittags in vier Stunden abgearbeitet. Als ich die Mathelehrerin am nächsten Tag fragte, ob ich ein anderes Mathebuch haben könnte, wurde sie hysterisch, was mir einfiele, alle Aufgaben zu lösen. Und überhaupt.

Ist lange her. Am Montag hat mich The Great Götzby beim Squash demontiert. Ganz schlecht. Ich versage derzeit optisch, beruflich, sportlich und privat. Homer: "I've learned that life is one crushing defeat after another until you just wish Flanders was dead."