Sonntag, 27. Juli 2008
Schwielensohler No. 1
Meine Mutter. Ist eine unglaubliche Geschäftsfrau. Das letzte Haus, das sie gekauft hat, sollte 550.000 Euro kosten. Sie hat 295.000 bezahlt. Einer ihrer Brüder hat besoffen einen kostspieligen Unfall verursacht. Die Versicherung wollte 150.000 Euro von ihm. Sie engagierte einen Anwalt, der den Bruder vertreten und die Summe runterhandeln sollte. Der Anwalt handelte die Versicherung auf 50.000 Euro runter. Das war ihr nicht genug. Sie trat selber in die Verhandlungen ein, löste den Bruder für 10.000 Euro aus und liess ihn die Schulden in einem ihrer Gärten stundenweise abstottern. Sie hat acht Geschwister. Für sechs oder sieben davon ist sie irgendwann mal vorübergehend als Arbeitgeber eingesprungen. Ihrer Mutter hat sie als einzige seit den 70er Jahren monatlich Geld zukommen lassen. Niemand weiß davon. Ich habe das zufällig rausgefunden. Sie hat große Summen für ein Behindertenheim gesammelt. Wenn wir alle abkratzen, geht das Geld an SOS Kinderdörfer. Abgesehen davon, dass sie mich als Kind geschlagen hat und dass sie eine große Nervensäge ist, die sich aus nichts raushalten kann, ist sie ziemlich rührend und fürsorglich und gut. Sie liebt ihre Enkeltochter über alles. Und mittlerweile glaube ich ihr sogar, dass sie mich ganz gern hat. Als ich kurz davor war, mein Studium zu schmeissen, schickte sie mir einen Blankoscheck. Sie dachte, dass mich das motivieren würde. Ich glaube nicht, dass sie mich wirklich jemals verstanden hat. Aber sie nimmt mich ernst und hält mich für integer. Sie weiß, dass ich im Moment in Schwierigkeiten stecke. Dass mir die Trennung in den Knochen steckt. Sie ruft dann an und sagt, dass sie für mich da ist und dass ich, sollte ich Geld brauchen, es von dem und dem Konto abbuchen soll. "Egal wie viel. Nimm's dir, kauf' dir 'was, fahr weg." Ich sage dann: "Danke, das ist nett, aber ich brauche nichts." Und ich finde es wirklich nett.
Tie-Break
Meine Eltern, Frau Müller und Wolfman wissen von der Trennung. Sonst wollte ich es noch keinem erzählen. Demnach weiß The Great Götzby auch nichts davon. Götzby ist an einem ähnlichen Punkt, an dem ich vor fünf Jahren war. Er ist Single und sagt, er will von Weibern nichts mehr wissen. Außerdem hätte er einen schwierigen Charakter. Und alleine der Gedanke, zu heiraten, Kinder zu kriegen, sich dann irgendwann eh wieder zu trennen, die Kinder nicht mehr zu sehen, Unterhalt zu zahlen, mache ihn schon zum Alkoholiker.
„Aber ist es nicht besser, einfach mal eine Runde mitzuspielen. Man muss ja nicht fünfmal heiraten. Aber einmal doch schon, oder?“ gebe ich dann zu denken und spiele mit der Situation.
„Ja. Für andere mag das stimmen. Aber ich weiß, dass ich mit einer Scheidung nicht fertig werden würde.“
„Sind die Motive, warum man säuft, nicht Jacke wie Hose?“
„Nein.“
Götzby ist ein Mensa-Mann mit einem 160er IQ. Jedenfalls liegt er verdächtig oft richtig. Bei diesem Squash-Spiel kürzlich hat er mich im fünften Satz im Tie-Break besiegt. Ich habe ein bisschen Schiss, dass er schon wieder richtig liegt. Naja. So leicht gebe ich mich nicht geschlagen. Ich habe meine Niederlage vorerst dem Material zugeschrieben und postwendend einen neuen Squash-Schläger bestellt. „Ein formidabler Angriffsschläger“, sagt der Deutsche Squash-Meister. Attacke!
„Aber ist es nicht besser, einfach mal eine Runde mitzuspielen. Man muss ja nicht fünfmal heiraten. Aber einmal doch schon, oder?“ gebe ich dann zu denken und spiele mit der Situation.
„Ja. Für andere mag das stimmen. Aber ich weiß, dass ich mit einer Scheidung nicht fertig werden würde.“
„Sind die Motive, warum man säuft, nicht Jacke wie Hose?“
„Nein.“
Götzby ist ein Mensa-Mann mit einem 160er IQ. Jedenfalls liegt er verdächtig oft richtig. Bei diesem Squash-Spiel kürzlich hat er mich im fünften Satz im Tie-Break besiegt. Ich habe ein bisschen Schiss, dass er schon wieder richtig liegt. Naja. So leicht gebe ich mich nicht geschlagen. Ich habe meine Niederlage vorerst dem Material zugeschrieben und postwendend einen neuen Squash-Schläger bestellt. „Ein formidabler Angriffsschläger“, sagt der Deutsche Squash-Meister. Attacke!
Mittwoch, 23. Juli 2008
Von Hilfsbuchhaltern und Staatsfeinden
Prolog: 75 cl Chateau Chante Alouette, Saint-Emilion Grand Cru 1999.
Letztes Wochenende habe ich im Keller einen Squashschläger gefunden. Zwölf Jahre war das Ding verschwunden. Ein Zeichen, dachte ich. Vielleicht werde ich ja doch noch Profisportler. Also rief ich Götzby an, der so ein bisschen auf Demütigungen steht, und ging Squash spielen. Das war am Montag. Seit einer halben Stunde kann ich wieder aufstehen und schon wieder ein bisschen rumhumpeln. Hexenschuss mit Beinlähmung, gab ich meinem Arbeitgeber am Dienstag telefonisch durch. Ich sei auf dem Weg zum Arzt. Das war nicht gelogen. Ich saß schon im Auto. Nur das mit dem Kuppeln und Gasgeben und Bremsen ging nicht. Als ich wieder aus dem Auto kletterte, stand der Pakettyp am Gartentor, sah mir zu und lachte. Gib meine Bücher her und geh weg, sagte ich ihm.
Pessoa. "Vermittels dieser Eindrücke ohne Zusammenhang und ohne den Wunsch nach Zusammenhang erzähle ich gleichmütig meine Autobiographie ohne Fakten, meine Geschichte ohne Leben. Es sind meine Bekenntnisse, und wenn ich in ihnen nichts aussage, so weil ich nichts zu sagen habe."
Jacques Mesrine. "Sie waren nicht gekommen, um ihn festzunehmen. Sie ahnten, sie würden ihn nicht lebend bekommen. Auf dem Boden im BMW lagen griffbereit zwei Handgranaten. 'Wir konnten', so Kommissar Maurice Bouvier, 'nicht warten, bis er sie gegen uns einsetzte.' So knallten sie ihn ab, getreu dem Motto, das Mesrine selbst für das letzte Gefecht verkündet hatte: 'Wer zuerst schießt, der siegt.'"
Ich bin über beiden Büchern eingeschlafen. Ich kann nichts mehr lesen. Alle Geschichten sind erzählt, alle Konzepte überholt, jede Empathie erschöpft. Die Ultima ratio?
Ein Bekannter meines Schwiegervaters, irgendein Doktor sowieso mit sehr viel Geld und Häusern und einer Frau und einem Kind, hat ein Problem mit seiner Aorta. Das Ding kann jeden Moment reissen, was unwiderruflichen und sehr kurzfristigen Feierabend bedeuten würde. Er hat Frau und Kind zweihundert Kilometer entfernt in seinem Jagdhaus geparkt, lebt alleine in einer Villa im Westend, trinkt keinen Wein mehr unter fünfhundert Euro die Flasche und vögelt den ganzen Tag Callgirls.
Ein Kollege aus der Bank war knapp ein Jahr verheiratet, als ihn seine Frau verliess. Er hat mir davon erzählt: "Sie saß sechszehn Stunden jeden Tag vorm PC und spielte World of Warcraft. Hat sich in jemanden aus ihrem Clan verliebt und ist abgehauen." Eigenartigerweise war sie es, die elf Monate zuvor unbedingt heiraten wollte. Er hat jetzt eine neue Frau. Sie sind gerade auf Safari in Afrika.
So ein Typ aus dem Fernsehen hat anderthalb Jahre bei irgendwelchen Buschmännern in Afrika gelebt. Die Buschmänner und Buschfrauen waren zivilisatorisch noch eher unverbraucht. Wenn sie nicht gevögelt haben, haben sie an langen Stöcken geschnitzt, die sie sich im Rahmen einer größeren Buschmannsause dann um die Ohren gekloppt haben. Der Fernsehtyp fand die Buschmänner und -weiber alle super, wollte so ein bisschen Eindruck schinden und ist dann im Krokodilfluss nebenan baden gegangen.
Ich weiss ja auch nicht.
Aber vielleicht liegt Kurt Krömer gar nicht so falsch. Er hat Herrn Pobereit kürzlich einen Antrag gemacht und beabsichtigt, ihn in einer dänischen Technodisco zu ehelichen.
Epilog:
"Eines Tages existierte die Seele nicht,
noch der Geist,
und was das Bewußtsein angeht, so hatte noch nie jemand daran gedacht,
aber wo war übrigens das Denken in einer Welt, die einzig aus sich bekriegenden Elementen bestand, welche ebenso rasch zerstört wie neu zusammengesetzt wurden,
denn das Denken ist ein Luxus des Friedens...
Denn die Menschheit möchte nicht die Last des Lebens tragen, an dem natürlichen Gerangel der Kräfte teilhaben, welche die Realität ausmachen, um dadurch einen Körper zu erlangen, gegen den kein Sturm mehr ankäme. Sie hat es immer vorgezogen, sich ganz einfach damit zu begnügen, zu existieren... und zweifellos kann alles existieren, ohne dass es sich bemühte zu sein... und alles kann existieren ohne zu strahlen und zu glänzen."
Letztes Wochenende habe ich im Keller einen Squashschläger gefunden. Zwölf Jahre war das Ding verschwunden. Ein Zeichen, dachte ich. Vielleicht werde ich ja doch noch Profisportler. Also rief ich Götzby an, der so ein bisschen auf Demütigungen steht, und ging Squash spielen. Das war am Montag. Seit einer halben Stunde kann ich wieder aufstehen und schon wieder ein bisschen rumhumpeln. Hexenschuss mit Beinlähmung, gab ich meinem Arbeitgeber am Dienstag telefonisch durch. Ich sei auf dem Weg zum Arzt. Das war nicht gelogen. Ich saß schon im Auto. Nur das mit dem Kuppeln und Gasgeben und Bremsen ging nicht. Als ich wieder aus dem Auto kletterte, stand der Pakettyp am Gartentor, sah mir zu und lachte. Gib meine Bücher her und geh weg, sagte ich ihm.
Pessoa. "Vermittels dieser Eindrücke ohne Zusammenhang und ohne den Wunsch nach Zusammenhang erzähle ich gleichmütig meine Autobiographie ohne Fakten, meine Geschichte ohne Leben. Es sind meine Bekenntnisse, und wenn ich in ihnen nichts aussage, so weil ich nichts zu sagen habe."
Jacques Mesrine. "Sie waren nicht gekommen, um ihn festzunehmen. Sie ahnten, sie würden ihn nicht lebend bekommen. Auf dem Boden im BMW lagen griffbereit zwei Handgranaten. 'Wir konnten', so Kommissar Maurice Bouvier, 'nicht warten, bis er sie gegen uns einsetzte.' So knallten sie ihn ab, getreu dem Motto, das Mesrine selbst für das letzte Gefecht verkündet hatte: 'Wer zuerst schießt, der siegt.'"
Ich bin über beiden Büchern eingeschlafen. Ich kann nichts mehr lesen. Alle Geschichten sind erzählt, alle Konzepte überholt, jede Empathie erschöpft. Die Ultima ratio?
Ein Bekannter meines Schwiegervaters, irgendein Doktor sowieso mit sehr viel Geld und Häusern und einer Frau und einem Kind, hat ein Problem mit seiner Aorta. Das Ding kann jeden Moment reissen, was unwiderruflichen und sehr kurzfristigen Feierabend bedeuten würde. Er hat Frau und Kind zweihundert Kilometer entfernt in seinem Jagdhaus geparkt, lebt alleine in einer Villa im Westend, trinkt keinen Wein mehr unter fünfhundert Euro die Flasche und vögelt den ganzen Tag Callgirls.
Ein Kollege aus der Bank war knapp ein Jahr verheiratet, als ihn seine Frau verliess. Er hat mir davon erzählt: "Sie saß sechszehn Stunden jeden Tag vorm PC und spielte World of Warcraft. Hat sich in jemanden aus ihrem Clan verliebt und ist abgehauen." Eigenartigerweise war sie es, die elf Monate zuvor unbedingt heiraten wollte. Er hat jetzt eine neue Frau. Sie sind gerade auf Safari in Afrika.
So ein Typ aus dem Fernsehen hat anderthalb Jahre bei irgendwelchen Buschmännern in Afrika gelebt. Die Buschmänner und Buschfrauen waren zivilisatorisch noch eher unverbraucht. Wenn sie nicht gevögelt haben, haben sie an langen Stöcken geschnitzt, die sie sich im Rahmen einer größeren Buschmannsause dann um die Ohren gekloppt haben. Der Fernsehtyp fand die Buschmänner und -weiber alle super, wollte so ein bisschen Eindruck schinden und ist dann im Krokodilfluss nebenan baden gegangen.
Ich weiss ja auch nicht.
Aber vielleicht liegt Kurt Krömer gar nicht so falsch. Er hat Herrn Pobereit kürzlich einen Antrag gemacht und beabsichtigt, ihn in einer dänischen Technodisco zu ehelichen.
Epilog:
"Eines Tages existierte die Seele nicht,
noch der Geist,
und was das Bewußtsein angeht, so hatte noch nie jemand daran gedacht,
aber wo war übrigens das Denken in einer Welt, die einzig aus sich bekriegenden Elementen bestand, welche ebenso rasch zerstört wie neu zusammengesetzt wurden,
denn das Denken ist ein Luxus des Friedens...
Denn die Menschheit möchte nicht die Last des Lebens tragen, an dem natürlichen Gerangel der Kräfte teilhaben, welche die Realität ausmachen, um dadurch einen Körper zu erlangen, gegen den kein Sturm mehr ankäme. Sie hat es immer vorgezogen, sich ganz einfach damit zu begnügen, zu existieren... und zweifellos kann alles existieren, ohne dass es sich bemühte zu sein... und alles kann existieren ohne zu strahlen und zu glänzen."
Dienstag, 22. Juli 2008
Write it down
Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Frau in der ältesten Ayurveda-Klinik überhaupt. Die Anamnese meiner Frau dauerte anderthalb Stunden. Meine war in zwei Minuten durch.
Ayurveda-Medizinfrau: "What about you?"
rome: "I am okay. I only want you to write down: no rectal treatment."
Da lachte die Alte.
rome: "I am not joking! Please take your pencil and write down: NO RECTAL TREATMENT!"
Sie hat's dann verstanden.
Jeden Morgen kam so ein Hiwi mit komischen Medikamenten. Einmal habe ich ihn abgepasst und ihm erklärt, dass er den Kram wieder mitnehmen soll. Ging nicht, sagte er. Meistens waren das so kleine Flaschen mit Schlamm, Sand oder Scheiße drin. Ich hab's immer in die Botanik geschüttet. Naja. Abends beim Essen hatte man so eine Gouvernante, die einen beaufsichtigte. Sehr humorloses Stück. Das Essen war grauenvoll. Wir sind dann aus der Klinik abgehauen und haben ein Haus weiter am Strand gegessen. Die Gouvernante stand oft am Zaun und hat wütend bis ungläubig zu uns rübergeguckt. Ich hätte sie ja eingeladen, aber sie war einfach zu doof. Gar nicht doof hingegen waren die täglichen Synchron-Massagen.
Wie auch immer. Ich habe heute in dem F.X. Mayr Dingens angerufen, um zu buchen. Die wollen 4.008 Euro für zwei Wochen Dinkelbrötchen und Extrem-Darmspülung:
"Behandlung
Die zu behandelnde Person liegt auf dem Rücken. Durch ein Darmröhrchen wird abwechselnd kühles und warmes Wasser - etwa zehn bis zwölf Liter mit einer Temperatur zwischen 21 und 41 Grad - ohne großen Druck in den Darm geleitet. Währenddessen wird sanft die Bauchdecke massiert. Dabei sollen Problemzonen des Darmes ertastet und festsitzende Reste im Darm gelöst werden. Das Wasser und der ausgespülte Darminhalt werden über ein geschlossenes System abgeleitet. Zum Abschluss der ungefähr 45 Minuten dauernden Darmreinigung wird in das Spülwasser noch reiner Sauerstoff eingeleitet. Dadurch und durch das abwechselnd warme und kühle Wasser soll der Darm angeregt werden, wieder vermehrt selbständig zu arbeiten. In der Regel besteht eine Behandlung aus 15 Einläufen.
Dem Leitungswasser werden in unterschiedlichen Varianten der Colon-Hydro-Therapie auch Zusätze beigemischt - etwa Kaffee, Milch, pflanzliche Wirkstoffe und ähnliches mehr."
Ich habe das durchgerechnet: man bekommt 14 x 3 = 42 Dinkelbrötchen. Das macht 95,43 Euro pro Dinkelbrötchen. Mit wieviel ich die beiden Darmspülungen, bei denen man alten Kaffee in den Arsch geschossen bekommt, ansetzen soll, weiss ich gar nicht. Wahrscheinlich unbezahlbar.
Um ehrlich zu sein, überlege ich gerade, mich einfach für zwei Wochen im Wald an einen Baum binden zu lassen.
Ayurveda-Medizinfrau: "What about you?"
rome: "I am okay. I only want you to write down: no rectal treatment."
Da lachte die Alte.
rome: "I am not joking! Please take your pencil and write down: NO RECTAL TREATMENT!"
Sie hat's dann verstanden.
Jeden Morgen kam so ein Hiwi mit komischen Medikamenten. Einmal habe ich ihn abgepasst und ihm erklärt, dass er den Kram wieder mitnehmen soll. Ging nicht, sagte er. Meistens waren das so kleine Flaschen mit Schlamm, Sand oder Scheiße drin. Ich hab's immer in die Botanik geschüttet. Naja. Abends beim Essen hatte man so eine Gouvernante, die einen beaufsichtigte. Sehr humorloses Stück. Das Essen war grauenvoll. Wir sind dann aus der Klinik abgehauen und haben ein Haus weiter am Strand gegessen. Die Gouvernante stand oft am Zaun und hat wütend bis ungläubig zu uns rübergeguckt. Ich hätte sie ja eingeladen, aber sie war einfach zu doof. Gar nicht doof hingegen waren die täglichen Synchron-Massagen.
Wie auch immer. Ich habe heute in dem F.X. Mayr Dingens angerufen, um zu buchen. Die wollen 4.008 Euro für zwei Wochen Dinkelbrötchen und Extrem-Darmspülung:
"Behandlung
Die zu behandelnde Person liegt auf dem Rücken. Durch ein Darmröhrchen wird abwechselnd kühles und warmes Wasser - etwa zehn bis zwölf Liter mit einer Temperatur zwischen 21 und 41 Grad - ohne großen Druck in den Darm geleitet. Währenddessen wird sanft die Bauchdecke massiert. Dabei sollen Problemzonen des Darmes ertastet und festsitzende Reste im Darm gelöst werden. Das Wasser und der ausgespülte Darminhalt werden über ein geschlossenes System abgeleitet. Zum Abschluss der ungefähr 45 Minuten dauernden Darmreinigung wird in das Spülwasser noch reiner Sauerstoff eingeleitet. Dadurch und durch das abwechselnd warme und kühle Wasser soll der Darm angeregt werden, wieder vermehrt selbständig zu arbeiten. In der Regel besteht eine Behandlung aus 15 Einläufen.
Dem Leitungswasser werden in unterschiedlichen Varianten der Colon-Hydro-Therapie auch Zusätze beigemischt - etwa Kaffee, Milch, pflanzliche Wirkstoffe und ähnliches mehr."
Ich habe das durchgerechnet: man bekommt 14 x 3 = 42 Dinkelbrötchen. Das macht 95,43 Euro pro Dinkelbrötchen. Mit wieviel ich die beiden Darmspülungen, bei denen man alten Kaffee in den Arsch geschossen bekommt, ansetzen soll, weiss ich gar nicht. Wahrscheinlich unbezahlbar.
Um ehrlich zu sein, überlege ich gerade, mich einfach für zwei Wochen im Wald an einen Baum binden zu lassen.
Sonntag, 20. Juli 2008
Dinkelbrötchen
Hoffnung ist die größte aller Schlampen: sie verspricht dir alles und hält nichts.
Ich wollte im August mit meiner Tochter Richtung Heilgendamm aufbrechen. Ein bisschen Ponyreiten. Im Meer planschen. Ausspannen. Geht irgendwie nicht, weil meine Frau immer mehr zur ultimativen Ziege wird. Und ich will keinen Krieg, keine Komplikationen, keine Entschuldigungen und keine Erklärungen mehr. Ich habe heute den ganzen Tag darüber nachgedacht, ob wir zuerst damit aufgehört haben, miteinander zu lachen oder zu vögeln.
Wie auch immer. Ich habe umdisponiert. Der Gedanke, sein Leben mit Dinkelbrötchen ändern zu wollen, gefällt mir. Zumindest macht er genauso viel Sinn wie alles andere.
Ich wollte im August mit meiner Tochter Richtung Heilgendamm aufbrechen. Ein bisschen Ponyreiten. Im Meer planschen. Ausspannen. Geht irgendwie nicht, weil meine Frau immer mehr zur ultimativen Ziege wird. Und ich will keinen Krieg, keine Komplikationen, keine Entschuldigungen und keine Erklärungen mehr. Ich habe heute den ganzen Tag darüber nachgedacht, ob wir zuerst damit aufgehört haben, miteinander zu lachen oder zu vögeln.
Wie auch immer. Ich habe umdisponiert. Der Gedanke, sein Leben mit Dinkelbrötchen ändern zu wollen, gefällt mir. Zumindest macht er genauso viel Sinn wie alles andere.
Sonntag, 13. Juli 2008
Schwarzfußindianer
Meine Mutter, der alte Schwielensohler, ist im Krankenhaus. Anfang der Woche dachte ich noch, sie würden ihr ein Huf wegsägen. Er war jedenfalls reichlich schwarz. Inzwischen geht's ihr aber wieder besser. Freilich gibt es jetzt tausend andere Diagnosen: ein wahres Knoten- und Zystenfest in allen Organen. Aber ich weiß, dass sie uns alle überlebt. Sie kann sich derart schlecht abgrenzen, dass sterben für sie einfach nicht in Frage kommt.
Eigentlich liegt sie gar nicht im Krankenhaus. Sie liegt in einem Patientenhotel, das einem Krankenhaus angeschlossen ist. Holzfussboden, Flachbildfernseher, Kühlschrank, Safe und nicht so viele Kassenpatienten. Außerdem steht in der Lobby ein Flügel, den ich gestern Abend, als niemand da war, annektiert habe. Wurde aber mit meiner Pausengong-Variation dann doch erwischt.
Währenddessen ist meine Tochter auf Malle bei Opa und Oma Arschloch. Sie fehlt mir. Und meine Frau - übrigens auch ein reinrassiger Schwielensohler - fehlt mir auch.
"Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen."
Eigentlich liegt sie gar nicht im Krankenhaus. Sie liegt in einem Patientenhotel, das einem Krankenhaus angeschlossen ist. Holzfussboden, Flachbildfernseher, Kühlschrank, Safe und nicht so viele Kassenpatienten. Außerdem steht in der Lobby ein Flügel, den ich gestern Abend, als niemand da war, annektiert habe. Wurde aber mit meiner Pausengong-Variation dann doch erwischt.
Währenddessen ist meine Tochter auf Malle bei Opa und Oma Arschloch. Sie fehlt mir. Und meine Frau - übrigens auch ein reinrassiger Schwielensohler - fehlt mir auch.
"Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen."
Donnerstag, 10. Juli 2008
Am Ende
Also gut. Die Wahrheit. Ich bin mir für nichts mehr zu schade. Ich habe teure Weine bestellt (ab 94 PP aufwärts) und bin kurz davor, Golfschläger und einen 230SL Baujahr '65 zu kaufen.
"Nur die oberflächlichsten Eigenschaften dauern; des Menschen tieferes Wesen ist bald entlarvt."
"Nur die oberflächlichsten Eigenschaften dauern; des Menschen tieferes Wesen ist bald entlarvt."
Mittwoch, 9. Juli 2008
Reinheit ohne Kompromisse
'Der Mission Haut-Brion gehört ganz sicher zur Elite des Jahrgangs 2006. Bei diesem Wein, der zwar anders, aber ebenso gelungen ist wie sein Vorgängerjahrgang, ist das erste Gefühl, das aus seiner tiefen rubinroten Farbe aufsteigt, das einer Reinheit ohne Kompromisse. Dann entfalten sich sehr deutlich herrliche Aromen von Brombeere, Kaffee, Schokolade und Gewürzen, die sich bis ins Unendliche fortzusetzen scheinen und die mit der ganzen Finesse seines Namens unterm Gaumen liegen.'
Montag, 7. Juli 2008
Eins und eins
Meine Ex-Frau hatte Mathe-Leistung. In Wahrheit hapert es aber schon mit einfachen Additionen. Ich habe sie irgendwann mal gefragt, wieviele ihrer Entscheidungen sich im Nachhinein als richtig herausgestellt haben. Sie denkt, sie liegt bei 80 %. In Wahrheit liegt sie unter null: meistens trifft sie überhaupt keine Entscheidungen. Und wenn, dann garantiert die falsche. Abgesehen davon hat sie Segelohren, ist sehr unversöhnlich und humpelt noch durch Stufe 6.
Stagnation versus Generativität
Der Begriff Stagnation wurde von Erik H. Erikson, einem deutsch-amerikanischem Psychoanalytiker und Vertreter der psychoanalytischen Ichpsychologie, als 7. Stufe seines Stufenmodells der psychosozialen Entwicklung, begründet.
Die Phase der Stagnation und Generativität betrifft Menschen in der Altersklasse von ~30 bis 50 Jahren. Beides steht zueinander im Wechselspiel. Stagnation bedeutet, dass man sich nur um sich und sonst niemanden kümmert und ist das Gegenteil von Generativität. Zuviel Stagnation führt dazu, dass andere uns ablehnen und wir andere. Schafft man es Generativität und Stagnation in Einklang zu bringen, so hat man diese Stufe erfolgreich durchlaufen und die Fähigkeit zur Fürsorge erlangt, ohne sich dabei selbst zu vergessen.
Die Phase der Stagnation und Generativität betrifft Menschen in der Altersklasse von ~30 bis 50 Jahren. Beides steht zueinander im Wechselspiel. Stagnation bedeutet, dass man sich nur um sich und sonst niemanden kümmert und ist das Gegenteil von Generativität. Zuviel Stagnation führt dazu, dass andere uns ablehnen und wir andere. Schafft man es Generativität und Stagnation in Einklang zu bringen, so hat man diese Stufe erfolgreich durchlaufen und die Fähigkeit zur Fürsorge erlangt, ohne sich dabei selbst zu vergessen.
Abonnieren
Posts (Atom)