Donnerstag, 31. Januar 2008
Richtig gute Tage
Gibt sogar einen Soundtrack dazu.
Befindlichkeitsblogger
Ich fahre seit ein paar Jahren einen 125er Roller. Wenn man sich seiner sexuellen Orientierung einigermassen sicher ist, kann man das machen. Zumal als Alleinverdiener mit Fixkosten jenseits von 50.000 Euro. Gerard Depardieu hat in einem Interview kürzlich gesagt, dass er nur auf seinem Yamaha-Roller wirklich glücklich sei. Soweit würde ich (noch) nicht gehen, aber ich habe auch noch keine dreissig Jahre Psychoanalyse auf dem Buckel. Zählt man Paartherapie eigentlich doppelt und weiss jemand, in welcher Zeitung das Interview stand? Hab's vergessen.
Wie auch immer - ich bin heute morgen mit ordentlich Schwung auf die Fresse gefallen. Der Schwung reichte, um zehn Meter über den Asphalt zu rutschen. Die Schulter ist etwas lädiert, aber meine Tochter hat vorhin gepustet, meine Hand gehalten und mir Mut gemacht, dass ich bald wieder gesund bin. Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen [Lachen aus dem Off]: ich kann Töchter sehr empfehlen.
ps_
Um die Gemüter zu beruhigen: dieses Jahr wollte ich mir ein richtiges Motorrad zulegen (F800S).
Montag, 28. Januar 2008
Mens sana in corpore sano
Okay. Ich bin ein Wrack. Was ist ein Wrack? Wiki weiss die Antwort: "Ein Wrack (v. mittelniederdt.: wrack = herumtreibender Gegenstand) ist ein mit deutlich sichtbaren Zeichen des Verfalls oder durch Beschädigung unbrauchbar gewordener (nur teilweise, als Rest vorhandener) früher beweglicher Körper." Passt, wird aber heimlich geleugnet. Habe gerade eine Klimmzugstange bestellt. Ich sag' dann Bescheid, wie's läuft.
Dienstag, 22. Januar 2008
Lay down, lay down like an animal and wait
rome: "Ich lass' dich ja gehen, aber nimm dir vorher nochmal ein bisschen Zeit. Und wenn du wieder da bist, gehen wir 'was trinken und du sagst mir Bescheid."
Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt zusammen weg waren und wirklich gefeiert haben. Wahrscheinlich vor vier Jahren. Sie kommt am 02. Februar zurück. Natürlich ist der Zug längst abgefahren, aber auf zwei Wochen kommt's jetzt auch nicht mehr an.
Gerd Schröder - ein apokalyptischer Reiter?
War heute mit einer Kollegin mittags essen. Sie ist eher launisch und giftig und ein schwieriger Fall. Außerdem laesst sie sich gerade von ihrer Lebenspartnerin scheiden. Sie sind schon seit ein paar Jahren getrennt, und ich hatte ihr aus karmatechnischen Gründen immer mal wieder zur Scheidung geraten. Ihr war das Geld dafür zu schade. Aber jetzt eben nicht mehr. Jedenfalls sprachen wir über Scheidungen - und alle aus ihrem Umfeld sind wenigstens einmal geschieden.
rome: "Ich bin jetzt nicht direkt ein Fan von Gerd Schröder oder Joschka Fischer, aber ich hätte gerne einen Kumpel, der drei- oder viermal geschieden ist. Ich finde das zeugt von einer gewissen kakerlakesken Souveränität."
Oder wie der große Leogrande sagt: "Niemals die Oberhand behalten. Immer schnell hingeben. Immer wieder verbrennen. Immer wieder scheitern. Nie gewinnen. Nie auf die Oberflaechen reinfallen..."
Montag, 21. Januar 2008
La Boum
Der nachfolgende Eintrag entstand Anfang August 2007. Manchmal dauert es einfach etwas länger, bis ich Recht behalte.
"Ich habe geheiratet und bin noch fetter und noch dümmer geworden. Manchmal denke ich, es kann nur noch ein paar Minuten dauern, bis meine Frau herausfindet, wen und was sie da geheiratet hat. Jetzt hat sie's gleich, denke ich dann, und überlege, ob ich das Haus behalte oder verkaufe. Sie ist sehr klug und sehr schön. Komischerweise denkt sie, ich halte sie für doof. Aber das stimmt nicht. Sie hat's nicht so mit Zahlen und war auf der Waldorfschule, aber sonst ist sie mir in allem überlegen. Wann immer ich vermute, aufzufliegen, sage ich sowas wie: "Such dir doch einen anderen Scheich!" Sie verdreht dann die Augen und stöhnt, dass ich ihr nicht auf die Nerven gehen soll. Nochmal davongekommen, denke ich dann, bevor ich noch ganz kurz überlege, wieviel die Bude bei einem Verkauf wohl bringen würde. Ich will vorbereitet sein."
Was man so macht, wenn der Krieg vorbei ist
Also gut. Was passiert mit den Typen die durchkommen? Es gibt nichts langweiligeres als Ex-Alkoholiker. Keine Sau interessiert sich für Helden, die überleben. Völlig bescheuert. Jede gute Geschichte ist auf einen melodramatischen Schluss angewiesen. Vorrangige Aufgabe eines jeden anständigen Protagonisten ist es, möglichst bösartig abzukratzen und Platz zu machen... für andere Arschlöcher. Anders geht das nicht. Kommt man ja sonst nicht voran mit der Evolution, der Apokalypse und so weiter. Siehe Leaving Las Vegas. Wo wären die ohne multiples Organversagen denn hin? In ein Reihenhaus mit Bangkiraiterrasse und Fitnesskeller?
Merke. Das Heldentum ist eine Fußangel, die handelsübliche Menschen aufgrund immanent tragischer Konnotation zuverlässig in ihrer Situation verharren lässt. Und nächste Woche: die Gebrüder Grimm, Lottospielen, Paarbörsen und Drogen als Eckpfeiler von zweitausend Jahren christlicher Tradition.
Sonntag, 20. Januar 2008
La Reina
Ich kann Töchter sehr empfehlen. Meine ist zweieinhalb Jahre alt und ohne jeden Zweifel der gütigste, klügste, witzigste und bezaubernste Mensch, der mir bis heute über den Weg gelaufen ist.
Kürzlich sagte sie zu mir: "Papa, ich kann dich gar nicht leiden."
rome: "Ach du Scheisse, wirklich nicht?"
Tochter: "Du darfst gar nicht Scheisse sagen!"
rome: "Naja, aber wenn man ganz traurig ist, darf man das ausnahmsweise manchmal vielleicht doch. Und wenn du mich nicht mehr magst, bin ich sehr traurig!"
Tochter: "Hab' nur Spass gemacht. Hab' dich sehr lieb."
Abends, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, gibt sie mir einen Kuss, hilft mir aus dem Mantel und erzählt mir auf dem Weg in's Wohnzimmer von ihrem Tag. Dann legt sie ihre Lieblings CD ein und fragt, ob ich mit ihr tanze. Und dann tanzen wir. Wenn die Bären Kolo tanzen, müssen sie sich umdrehen...
Samstag, 19. Januar 2008
Vielfliegerarschloch
Ich war diese Woche beruflich im Ausland. Morgens hin, abends zurück. An solchen Tagen muss ich drei Stunden früher aufstehen als normal. Außerdem geht mir die ganze beschissene Krawattenrasselbande im Flugzeug auf die Nerven. Und außerdem müssen wir in Europa Schweineklasse fliegen. Kommt davon, wenn man nix gelernt hat. Jedenfalls sitze ich da so vor mich hin und überlege, ob und wann ich den Scheissjob hinschmeissen kann. Geht natürlich nicht, weil man eine arme Sau mit einem Darlehen und baldigen Unterhaltsforderungen ist. Aber manchmal denkt man eben drüber nach. Und ich wollte schon lange vor KeinOhrHase Til Schweiger Kindergärtner werden, aber die verdienen nicht mal tausend Euro im Monat, die Kindergärtner, und dann will ich mal sehen, wie er die Exfrau und seine vier Kinder und die neuen Weiber satt bekommt. Naja. So in der Art. Bis auf einmal die Chefsaftschubserin neben mir kniet und mich fragt, ob ich rome von derundder Bank bin.
rome: "Habe ich 'was angestellt?"
css: "Non, non, isch wollte ihnen nur sagen, dass wir uns sehr freuen, Sie an Bord zu haben!"
rome: "Das ist aber nett von Ihnen."
css: "Darf isch fragen, was sie beruflich machen?"
rome: "Business Analyst."
css: "Ah, interessant. Sind Sie mit dem Flug zufrieden?"
rome: "Jaja."
css: "Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr, Herr rome, und einen angenehmen Abend."
Ich wurde von den anderen Krawattenarschlöchern ganz neidisch angeguckt. Keine Ahnung, warum. Ich würde gerne tauschen. Ich wäre gerne Hausfrau und Mutter. Und bevor hier jemand mault, wir haben acht Stunden die Woche eine Putzfrau, da darf man sich das ruhig wünschen. Als Mann wollte ich mich dann aber auch nicht.
Werbung
"Sieht aus wie der junge Fuchsberger."
"Sieht aus wie der Typ aus Walk The Line bei Filmmitte."
"Sieht aus wie eine Mischung aus Don Draper und Robert De Niro (ca. Casino). Und aus einem bestimmten Winkel ganz wie er selbst."
Von 245 Lesern halten 43 % Rome für "Das menschliche Urmeter", knapp gefolgt von Hank Moody (42%). Platz 3 - mit 7 % Michel Houellebecq, Platz 4 (6%): Charlie Sheen-Harper. Ehrenhafte Erwähnung von Charlie Runkle.
172 Leser halten Rome im Durchschnitt für 60,2% glaubwürdig. 5 % glauben nicht ein Wort, 25 % glauben alles, was hier steht!
Rome wollen: 11% hauen, 11% in eine Klinik einliefern, 21 % heiraten und 56 % mal so treffen. (Stand: 08/2011)
"Göttlich."
"Kann sich nicht benehmen."
“Viel zu bescheiden.”
“A flirt.”
"... eins ist völlig klar: rome ist wohl so ziemlich der letzte Mensch, den ich jemals persönlich kennenlernen möchte. Wer rounders mit Houellebecq vergleicht, übersieht den Kontext: rome ist keine Romanfigur, Vorblättern zum Ende gibt's nicht und seinen Härtegrad an gepflegter Gewissenlosigkeit erreichen alle Houllebecq-Figuren nicht mal in der Summe."
"... sprachlich bist du eine null... nichts neues, wenn man sich die unglaublich ermüdende autorenlandschaft mal anschaut. permanentes selbstmitleid und ständige nörgeleien: ein ausdrucksvermögen zum kotzen. ich empfehle dir die lyrik von else lasker-schüler..."
"Aber ich lese ihn wirklich gerne. Vielleicht, weil er so nett über das Leben schreibt."
"was für ne scheiss-site! ich hab mich köstlich amüsiert!"
"wenn man auf den minenfeldern des daseins seit jeher stetig nur treibt und verweht und dann auf
gedanken stösst, die den gleichmut der tage ebenso beständig versuchen, dann ist es einer jener momente eingetreten, von denen man später noch zehren kann >>ich ziehe den hut mit freuden<<"
"Hey, hast du eigentlich ein Ding an der Waffel?"
Alter Zeiten eingedenk
Vor sechs, sieben Jahren hatte ich sowas wie ein Blog: Rounders. Ging um allerhand lustige Sachen. Jedenfalls hatte ich Groupies und weit über tausend Besucher am Tag. War damals viel. Ich habe nicht mehr so alles im Kopf, aber der letzte Eintrag bezog sich auf das Kennenlernen einer neuen Frau, dass sich alles gut und richtig anfühlt und dass ich mich wieder melde, sobald alles zerbricht. Voila.
Kaum dass ich sie fünf Jahre malträtiert habe, packt sie die Koffer. Blöderweise will ich sie aber gar nicht verlieren. Und noch blöder ist, dass sich die Sache nicht mehr reparieren lässt. Und das ultimativ blödeste: wir haben eine zweieinhalbjährige Tochter, die ich nicht mehr jeden Tag sehen werden kann und die unter der Trennung leiden wird, wie das alle Scheidungskinder tun. Der Gedanke, dass ich das höchstselbst zu verantworten habe, dreht mir den Magen um. In meinen Zwanzigern gab es eine Phase, in der ich fünf Jahre lang nicht geheult habe. Ich habe das durch Dauerheulerei in den letzten fünf Wochen wieder wettmachen können.
Und sonst? Ich fürchte, ich bin immer noch der gleiche fette Bankfuzzi mit einer gepflegten posttraumatischen Belastungsstörung. Meiner Frau habe ich immer gesagt, ich sei der normalste Mensch der Welt, das Urmeter quasi. Ich habe aber verschwiegen, dass das Urmeter in Paris zu Hause ist und dass alle Franzacken stinken und schwachsinnig und depressiv sind. War das schon die Überleitung zu Carla Bruni?
Mir ist schlecht.