Lieber Superman,
vor drei Wochen habe ich eine Matratze für's Gästezimmer bestellt. Wie du weißt, schlafe ich im Gästezimmer, und alte Matratzen bringen kein Glück. Außerdem war sie sehr hart, so ein Bioökomopped aus Kokospalmenblättern - angeblich das härteste Ding auf dem Markt. Ich wollte das damals so, weil ich dachte man könnte darauf gut bügeln. Dieses Gequietsche und Geschaukel ging mir immer auf die Nerven. Naja. Hat sich nicht gelohnt. Ich bestelle also eine Malie 7 für 200 Euro inklusive Versand (bin etwas klamm) und zahle im voraus. Nach drei Wochen rufe ich mit leichtem Vibrato an und sage: „Hörma‘, wo ist denn meine Matratze – ich schlafe schon viel zu lange auf Kokospalmenblättern – so geht das nicht!“
Die Frau am anderen Ende wusste gleich Bescheid: Psychoalarm. Ja, es täte ihr unendlich leid, aber Lieferschwierigkeiten. „Hörma‘, ich bin nervlich angeschlagen – guck doch noch mal nach – bevor ich gleich die Geduld verliere.“ Momentchen, sagt sie. Der Kollege im Büro, TFP, lacht. Ich bringe ihm parallel ein Lied bei. „Hey, French Prince – do you know the famous german song ‚Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn’ – äh, ‘I wish I was a chicken‘?“ Dann ist die Frau wieder dran. Es tut ihr immer noch unendlich leid. Sie bietet eine Sofortlieferung einer 520 Euro Matratze an. „Hörma‘, wirklich?“ Ja, sagt sie. „Hörma‘, hast du dir den Preis gerade ausgedacht?“ Ich gucke lieber mal im Internet – die Frau hat nicht gelogen. Kostet auch woanders über 500 Euro. „Hörma‘, zweihundert Taler für eine fünfhundert Taler Matratze?“ Jo, sagt sie. „Hörma‘, ist gebucht – schick die mal.“
Nachdem ich aufgelegt hatte, war jedes Leugnen überflüssig. Ich bin wie meine Mutter. Ein Telefonperversling. Am meisten bringst du die Leute mit Pausen aus der Ruhe. „So geht das nicht“ sagen und dann erstmal eine Minute schweigen. Erst die Unterhosen mit Rabatt – und jetzt die Matratze.
Danach eine halbe Stunde versucht, TFP das Lied beizubringen.
„Ich wollt', ich wär' ein Huhn,
ich hätt' nicht viel zu tun,
ich legte vormittags ein Ei
und abends wär' ich frei.
Mich lockte auf der Welt
kein Ruhm mehr und kein Geld.
Und fände ich das große Los,
dann fräße ich es bloß.
Ich brauchte nie mehr ins Büro.
Ich wäre dämlich, aber froh.
Der Mann hat's auf der Welt nicht leicht,
das Kämpfen ist sein Zweck.
Und hat er endlich was erreicht,
nimmt's eine Frau ihm weg."
Ich glaube, er zieht bald wieder nach Frankreich. Vorgestern habe ich auf der Arbeit sechzigmal We belong together von Mariah Carey gehört und ein bisschen Angst vor mir selber bekommen. Zum Ausgleich am Abend Hanteltraining wie ein Bekloppter. Ich habe mich schon fünf, sechs Jahre nicht mehr gehauen und bin wabbelig geworden. Läuft aber gut.
Bis die Tage,
dein rome.
ps_
Götzby am Montag beim Squash geschlagen!
3 Kommentare:
So muss das sein. Arschbacken zusammen. und dann kommst nach minga und wir prügeln uns mit ein paar aussies auf der wiesn.
Geil.
Nevermind the Jammerlappen, here's the real rome.
Kakapipilos geh' doch mal woanders spielen. Du bist entweder zu doof oder zu jung. Vermutlich beides.
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