Ich schreibe mir von der Arbeit selber Erinnerungsmails nach Hause. "Anzug!" steht dann da zum Beispiel drin. Soll heissen: morgen brauche ich einen Anzug, weil ich irgendwelche wichtigen Arschlöcher treffe. Und egal wie wichtig solche Termine sind, manchmal helfen auch die blöden Erinnerungsmails nichts mehr. The Great Götzby bietet mir dann leihweise seine Krawatte und sein Sacko an. Oft beisst sich das dann aber mit meinen braunen Cordhosen, blauen Socken und abgewetzten Schuhen. Unterm Strich kostet mich diese Extravaganz schätzungsweise zwanzigtausend Euro brutto im Jahr.
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The French Prince und ich haben uns ineinander verliebt. Wenn wir nicht die Notbremse ziehen, gehen wir bald Golf spielen. Wir beschnuppern uns noch. Alles ist ganz neu.
"What about Sophie Marceau?" fragte ich ihn heute auffe Zeche.
"Yes. Damn it! Yes"
"Do you know that I had girlfriend when I was 22 who really looked like her?"
"No, come on!"
"You wouldn't believe it. A friend of mine saw her only once. Fourteen years later he still talks about her. And there was this waiter in a restaurant who could not handle to just see and talk to her. He fell over. You know she really could cause asthma."
"Shit! What's her name and her adress."
"Come on. It was fourteen years ago."
"I don't care - I would take her also with six or seven extra kilos."
"Her name was Sara. She was working as a stip dancer at that time. But she really was a good girl."
"Damn it!"
Nach ein paar Stunden Pause fragte ich ihn: "What about Houellebecq - did we already talk about him?"
"No."
"I think in 2001 or 2002 I met him. He smoked 60 cigarettes in under an hour. And he really was obsessed with hookers. Strange little nice guy with weird eyes. I think his real name is Michel Thomas or something."
"I read two books, yeah, I did not like all of it - but there is something..."
So in der Art. Komischerweise nimmt er mir meine Geschichten sogar ab.
***
Meine Tochter findet den Kindergarten doch doof.
"Was findest du denn doof?"
"Naja... alles."
"Hm. Okay. Verstehe. Komisch, so geht's mir mit der Arbeit auch!"
"Können wir nicht einfach zu Hause bleiben oder nach Mallorca fliegen?"
"Ja - oder den ganzen Tag Pony reiten, Musik hören, singen, tanzen und jede Menge Schokopudding essen?"
"Ja!"
"Gute Idee! Du rufst in der Bank an und sagst, dass ich nicht mehr komme. Und ich rufe im Kindergarten an und sage Bescheid!"
"Ja!"
"Abgemacht!"
"Wirklich?"
"Nein, Baby. Aber ich verstehe dich und bin auf deiner Seite. Manchmal kann man sich solche Sachen einfach nicht aussuchen. Und was macht man dann?"
"Weinen?"
"Ja, ein bisschen. Und danach?"
"Weiss nicht."
"Nachdem du ein bisschen geweint hast, versuchst du einfach das beste aus dem zu machen, was du hast."
"Hm."
6 Kommentare:
Und einfach einen Anzug im Büro zu stationieren ist keine Option?
Schön, das du die Comments aktiviert hast. Das gibt mir die Gelegnheit, dir zu sagen, daß ich auch oft so fühle wie du.
Gesagt.
ja, ich fühle auch total mit dir mit. meine männergruppe ist auch total begeistert!
Danke.
Ich kann Ingo nur beipflichten, geht mir ganz genauso. (: Danke.
Das Leben schreibt die besten Stories. Toller Dialog mit Deiner Kleinen.
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