Sonntag, 27. Juli 2008

Tie-Break

Meine Eltern, Frau Müller und Wolfman wissen von der Trennung. Sonst wollte ich es noch keinem erzählen. Demnach weiß The Great Götzby auch nichts davon. Götzby ist an einem ähnlichen Punkt, an dem ich vor fünf Jahren war. Er ist Single und sagt, er will von Weibern nichts mehr wissen. Außerdem hätte er einen schwierigen Charakter. Und alleine der Gedanke, zu heiraten, Kinder zu kriegen, sich dann irgendwann eh wieder zu trennen, die Kinder nicht mehr zu sehen, Unterhalt zu zahlen, mache ihn schon zum Alkoholiker.

„Aber ist es nicht besser, einfach mal eine Runde mitzuspielen. Man muss ja nicht fünfmal heiraten. Aber einmal doch schon, oder?“ gebe ich dann zu denken und spiele mit der Situation.

„Ja. Für andere mag das stimmen. Aber ich weiß, dass ich mit einer Scheidung nicht fertig werden würde.“

„Sind die Motive, warum man säuft, nicht Jacke wie Hose?“

„Nein.“

Götzby ist ein Mensa-Mann mit einem 160er IQ. Jedenfalls liegt er verdächtig oft richtig. Bei diesem Squash-Spiel kürzlich hat er mich im fünften Satz im Tie-Break besiegt. Ich habe ein bisschen Schiss, dass er schon wieder richtig liegt. Naja. So leicht gebe ich mich nicht geschlagen. Ich habe meine Niederlage vorerst dem Material zugeschrieben und postwendend einen neuen Squash-Schläger bestellt. „Ein formidabler Angriffsschläger“, sagt der Deutsche Squash-Meister. Attacke!