Sonntag, 13. Juli 2008

Schwarzfußindianer

Meine Mutter, der alte Schwielensohler, ist im Krankenhaus. Anfang der Woche dachte ich noch, sie würden ihr ein Huf wegsägen. Er war jedenfalls reichlich schwarz. Inzwischen geht's ihr aber wieder besser. Freilich gibt es jetzt tausend andere Diagnosen: ein wahres Knoten- und Zystenfest in allen Organen. Aber ich weiß, dass sie uns alle überlebt. Sie kann sich derart schlecht abgrenzen, dass sterben für sie einfach nicht in Frage kommt.

Eigentlich liegt sie gar nicht im Krankenhaus. Sie liegt in einem Patientenhotel, das einem Krankenhaus angeschlossen ist. Holzfussboden, Flachbildfernseher, Kühlschrank, Safe und nicht so viele Kassenpatienten. Außerdem steht in der Lobby ein Flügel, den ich gestern Abend, als niemand da war, annektiert habe. Wurde aber mit meiner Pausengong-Variation dann doch erwischt.

Währenddessen ist meine Tochter auf Malle bei Opa und Oma Arschloch. Sie fehlt mir. Und meine Frau - übrigens auch ein reinrassiger Schwielensohler - fehlt mir auch.

"Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen."