11.04.2008

Männer ohne Passion

sind bemitleidenswerte Arschlöcher. Ich bin so eins. Keine Passion. Kein Steckenpferd. Ich war oft besser als andere. Meistens aber nur, weil die anderen lausig waren. Ich würde ja gerne sagen, dass da irgendwann irgendwie irgendwelche Felle weggeschwommen sind. Aber ich hatte nie welche. Ich bin auf einem stagnierenden Level leidlich gut. Es fehlt an einer Einzelbegabung. Hingegen fehlt es nicht an Phlegma und Hybris - der Hybris, niemandem etwas beweisen zu wollen - am wenigsten mir selbst. Ich kann vor solchen Gestalten nur warnen. Männer ohne Passion sind gleichermaßen Zumutung und Zeitverschwendung.

Letztes Jahr, als ich meinen turnusmäßigen Versuch unternommen habe, aus diesem Dilemma auszubrechen, wollte ich zusammen mit Whippie eine Segelyacht kaufen. Ich hatte vier Wochen Segelbücher gelesen und für Whippie und mich eine Segelschule ausgeguckt. Irgendwann unterwegs kam ich mir albern vor und der Plan verwarf sich von selber.

Vor x Jahren, als ich meinen turnusmäßigen Versuch... war ich Fallschirmspringen in Kassel /Calden. Ich hatte mich in eine Pension eingemietet und sollte in einer Woche per AFF-Schulung zum Fallschirmspringer ausgebildet werden. Ich war gar nicht schlecht. Der einzige Kritikpunkt meiner Sprunglehrer: ich würde keine Sekunde lächeln, ich sei so angespannt. Und das stimmte. Unterm Strich hänge ich an meinem vergeudeten Leben. Also hatte ich keine Lust zu lächeln. So lange der Schirm noch nicht auf war, guckte ich auf den Höhenmesser. Und sobald der Schirm auf war, guckte ich auf die Nähte meines Gurtzeugs. Ob die Scheissdinger halten.

Merke. Angst, Phlegma und Hybris essen Seele auf.