Dienstag, 31. Januar 2012

Move Like You Want


Gut:

  • Anfang des Jahres die Ernährung umgestellt, nicht gehungert, 4 – 5 % Körperfett abgebaut
  • Viel Kraft (nach 30 Jahren wieder angefangen zu frühstücken)
  • Habe Karten für Ben Howard (-> Soundtrack)
  • Acht Monate Pause als Trainer
  • Seit Wochen keine Frauen belästigt (außer hier und da mal und außer DNM natürlich)
  • 5. Staffel von Californication

 

Schlecht:

  • DK braucht ein CT, hat seit x Wochen Kopfschmerzen
  • DK hat gerade keine gute Zeit
  • Meine Mutter kommt unters Messer – ziemlich großes Messer
  • Träume in letzter Zeit davon, dass sich mein Vater zum Sterben zurückzieht, und ich ihn dann suche und finde (auf so einer Anhöhe in seinem Wald)
  • Bekannter war vor vier Wochen beim Arzt. Lungenkrebs. Ist letzte Woche im Regen auf einem Parkplatz auf dem Weg zur Chemo mit einer Lungenembolie oder so was verreckt.
  • Die Ex-Schwiegermutter verreckt so vor sich hin. Die ExF hat ihr die Resthaare wegrasiert.
  • Verkaufe mich unter Wert
  • DNM murkst so mit mir rum und schreibt mitteldoofe Mails, die man in jede Richtung interpretieren kann
  • Das Haus fällt auseinander – Haushälterin reicht nicht. Bräuchte auch einen Hausmeister und jemanden, der mich an- und auszieht. Ein Fahrer wäre auch gut.
  • Erkenntnis, dass ich so gut wie nichts ändern kann
  • Vergessen, was das alles hier soll
  • Kontostand nix gut + Finanzamt hasst mich
  • Eine Cousine hat das “Pissflitschen-Syndrom”, ist 33, meint ihre Ehe sei am Arsch, weil alles irgendwie eingeschlafen ist. Zwei kleine Kinder.
  • Wenig Sex

 

Ziele 2012

  • DK irgendwie glücklich machen
  • Körperfettanteil auf ca. 15 % bringen
  • Besser schlafen
  • Ruhig bleiben
  • Mehr Sex mit Personen, die ich länger als 24 Stunden gut finde
  • Profil aufpolieren und passenden Job finden
  • Haus renovieren

Dienstag, 24. Januar 2012

ATM


Charlie Runkle ist jetzt ganz dünn. Und noch sympathischer und menschlicher: er schafft es, in einer halben Minute glaubhaft von großer Einsamkeit und Ass-To-Mouth-Fantasien zu sprechen.

DK hat letzte Woche in der Pause von einem Drittklässler einen Faustschlag auf die Nase abbekommen. Sie hat das ganz gut weggesteckt. Sicherheitshalber habe ich aber trotzdem mal bei der Direktion nachgefragt, was das für ein asozialer Puff da ist.

Im Hintergrund laufen die Black Crowes. Shake Your Money Maker ist der perfekte Soundtrack für ein ordentlich geführtes Leben.

DNM hatte Geburtstag. Ich habe ihr einen Banksy liefern lassen. Jeder mittelmäßige Pick-Up-Artist würde mir ‘was erzählen. Dass das nix mit irgendwas zu tun hat – außer mit kranker Obsession. Naja. Wenn ich will, kann ich auch den ganzen Tag Recht haben.

DK mag im Prinzip keinen Salat. Deshalb habe ich zwei, drei Jahre an dem perfekten Dressing für sie gebastelt. Am Samstag hat sie eine ganze Schüssel Feldsalat gegessen und mir eine 8,5 auf der 10er Salat-Dressing-Skala gegeben. Das sagt mir, dass man manchmal am Ball bleiben muss.

DNM hat gerade eine neue Mail geschrieben. Kann und will die aber nicht lesen. Bin nicht so stark wie Charlie. Gesichtsverlust gibt’s bei mir immer nur ein-, zweimal die Woche.

-> Walnussöl, Honig, zwei französische Senfsorten, bisschen süßer Senf, bisschen Balsamico, Salz, Pfeffer, Milch, Zwiebeln.

Sonntag, 8. Januar 2012

Koma-Baby aufgewacht


Nachdem ich mir im Dezember vollends die Augen zugefressen hatte und maximal noch drei vier Stunden pro Nacht schlafen konnte, probiere ich mich jetzt an einer Ernährungsumstellung.

Seit drei Tagen fresse/saufe ich morgens zwei Eimer Kohlenhydrate. Das ist neu. Habe nie gefrühstückt. Dachte immer, dass ist schwules Familiengedöns. Aber auch wenn das so ist: der frisch gepresste Orangensaft und die vielen Vollkornnutellabrote haben mich aus dem Koma aufgeweckt. Keine Ahnung, ob oder wann ich zuletzt mal so wach und präsent war. Die Rübe bekommt morgens ihre 120 – 140 g Zucker und funktioniert auf einmal wieder. Und von wegen Fressflashs: wenn man dem Affen morgens Zucker gibt, hält er 24 Stunden das Maul. Zur Abwechslung ist das ganz gut. Kann man empfehlen.

Mittags haue ich mir hier irgendwas rein. Und abends gibt’s Eiweiß satt. Finde auch wieder den Weg ins Schwimmbad und ins Studio. Um elf Uhr abends liege ich Bett. Körperfett verdampft nur so, während ich denke: “nicht schon wieder essen!” Vier Kilo sind runter. Alles sehr entspannt. DK guckt noch ein bisschen komisch, wenn sie die Berge an Brokkoli, Rosenkohl, Fenchel und Zeug in meiner Küche sieht. Die Putzfrau denkt, der Eigentümer hat gewechselt. Habe schon überlegt, mich “Anke” nennen zu lassen.

Arbeit ist wunderbar. Ich habe den besten Chef von allen. Bekomme 100% mehr Bonus, bin trotzdem unterbezahlt. Deshalb wird das auch mein letztes Jahr - zehn Jahre sind genug. Ausstieg wird bereits sondiert.

DNM hat in zwölf Tagen Geburtstag. Geschenk ist besorgt. Kann nicht sagen, was das soll. Ich denke nicht so viel darüber nach (trotz Zuckerschock) – nicht über DNM oder andere Weibchen. Vielleicht halte ich auch gerade sexuellen Winterschlaf. Naja. Es gibt da so eine 21jährige für die gröbsten Notfälle – dass da nichts verstopft und so.

DK ist DK. Wir haben viel Spaß, die gleichen Vorlieben. Gestalten jetzt zusammen das Haus um. Vermisse sie, wenn sie nicht da ist. Weil das alles so übertrieben harmonisch ist, hauen wir uns dafür per X-Box/Kinect beim Boxen manchmal ordentlich auf die Fresse. Außerdem liebt sie es, beim Bowling die Kugel ins Publikum zu werfen. Schön, wie sie dann lacht. Gutes Kind.

Götzby sitzt wieder im Sattel. Die Ex-Schwiegermutter lebt. Weihnachten war okay.

Ich mach’s kurz: läuft.

Und bei euch?

Achso. Ein Verbrauchertipp: wer eine Waage sucht, die WLAN hat und das Körperfett bestimmen kann… http://www.amazon.de/Withings-Digitale-Personenwaage-Facebook-Connection/dp/B002JE2PSA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1326056853&sr=8-1

Funktioniert. Körperfett schwankt zwar ein bisschen hin und her, aber was soll’s. Dazu gibt es dann natürlich auch die passende Android-App.

Montag, 19. Dezember 2011

Ins Licht

Mein Freund und Ex-Trauzeuge Wulfman rief mich heute an.

Wulfman: “Ich wollte dich noch mal sprechen, bevor ich dem Licht entgegen gehe.”

Rome: “Scheiße. Hör’ mir jetzt bitte genau zu. Du hast noch so gut wie alle Haare. Du bist athletisch. Du bist smart. Du hast einen Ruhepuls von 42. Ich vermute, du hast einen relativ großen und funktionierenden Schwanz. Du siehst zehn Jahre jünger aus. Und du gehst nicht in das beschissene Licht!”

Wulfman: “Du bist mein allerbester Freund! Kommst du morgen?”

Rome: “Auf jeden Fall!”

Wulfman wird 50. Das arme, alte Schwein. Aber das Leben und die Welt nehmen auf nichts und niemanden Rücksicht. Nicht auf Freunde und auch nicht auf die Familie. DK hat ihr Lachen verloren. Das ist so schlimm, dass einem die Luft wegbleibt. Alles läuft aus dem Ruder.

Die Arbeit. Nicht gut. Nachdem man den letzten Vorhang gelüftet hat, ist einem nur noch schlecht. Vorher dachte man: bisschen viel Muppet-Show, aber geht schon. Danach denkt man nur noch: uiuiuiui. Eventuell bin ich aber nur melancholisch, weil man meinen Forderungen nicht vollumfänglich nachkommt. Eins von beiden. Oder beides. Alleine: mein Chef ist großartig. Immer diese Widersprüche.

Die ExF ist nachwievor depressiv. Saß gestern vor mir, hat geheult, mir von ihren Marathon-Sessions mit ihrer Therapeutin erzählt und mir erklärt, dass sie sich wünscht wegzuziehen. Ausnahmsweise trage ich dafür keine Schuld. Sie sitzt also da und heult und fragt, ob ich sie gehen lasse.

Rome: “Das ist nichts persönliches, ich verstehe deine Gründe, aber ich werde alles tun, dass sie hier bleibt. Alles. Und manchmal gewinne ich auch.”

Naja. Als ob ich noch für irgendwas Kraft hätte. DNM wird im Januar 32. Ich plane einen halbherzigen Angriff. Sprit ist fast alle.

Samstag, 3. Dezember 2011

Der Tod


Hallo, Superman.

DK bat unlängst darum, dass ich mich in ihrem Freunde-Buch verewige. Ich wollte erst nicht, wir wären ja auch gar keine Freunde. Danach hat sie mich durchs ganze Haus verfolgt, mich gekniffen und behauptet, irgendwie wären wir doch auch Freunde. Na gut. Also fülle ich das Ding aus. Klasse: 33a. Hobbies: schlafen. Was mich zu mir macht: Intelligenz, gutes Aussehen und große Bescheidenheit. Bei der Frage, was ich mal werden will, schreibe ich: alt.

Was DK nicht weiß: ihre Oma mütterlicherseits wird Weihnachten vermutlich nicht mehr erleben. Sie kommt morgen zu ihrem 68. Geburtstag  aus dem Krankenhaus zum Sterben nach Hause. Scheiß Krebs.

Die Vorstellung sich so kurz vor Weihnachten von DK für immer verabschieden zu müssen, ist nicht so schön, fiel mir gestern Abend auf, als ich im Bett liege und darüber nachdenke. Vielleicht haben Schmerzen, wenn es zu Ende geht, doch eine Funktion: sie helfen einem loszulassen und zu gehen. Aber tröstlich ist das ja auch nicht, dass alles irgendeine Funktion oder einen Sinn hat, wenn man dabei verreckt.

Dann liege ich so da, ich altes Schwein und würde gerne alt werden, um DK aufwachsen zu sehen.

Nachmittags war ich auf ihrer ersten Schulaufführung in der Aula. Sie hatte  – wie soll das anders sein – die Hauptrolle. Kurz vor ihrem Auftritt sitzen wir zusammen.

Rome: “Aufgeregt?”
DK: “Bisschen schon. Wir haben auch solche Mikrofone und nicht so viel geübt.”
Rome: “Ich gebe dir 20 Euro, wenn du deinen Text falsch aufsagst oder vergisst.”
DK: “Wirklich?”
Rome: “Und 50 Euro gebe ich dir, wenn du laut sagst: merde á dieu.”
DK: “Was heißt das noch mal? Du hast mir das erzählt, dass das dieser Junge, Rambo oder so, auf die Kirchenmauer geschrieben hat.”
Rome: “Ich weiß gar nicht mehr, was das heißt. Machst du das für 50 Euro?”
DK: “Nee, danke.”

Ich habe es schon mal gesagt: eigentlich ist meine Zeit um. Ich habe DK alles beigebracht, was ich weiß. Aber ich will trotzdem alt werden und sehen und hören, wie mir DK später für ihre verkorkste Kindheit Vorwürfe macht. Und ich danach zu Kreuze krieche, und sie mir vergibt. Also liege ich da und überlege. Und überlege. Und überlege. Worum ging es noch mal? Ach so. Wann und wie tritt man am besten ab?

1. Frage: jung oder alt? Gibt es nicht so einen Club 27? Ich hatte mal ganz gute Aussichten, da mitzumachen. Ist aber Quatsch. Sieht man ja an mir. Auch wenn man selber nicht gerade der brennende Busch ist. Also alt. Auf jeden Fall!

2. Frage: wie alt? Schwierig. Vielleicht so ein wenig über dem Durchschnitt. Aber auch nicht so lange, dass alle genervt sind. Und eigentlich auch nur so lange, dass man noch alleine aufs Scheißhaus kommt.

3. Frage: in welcher familiären Situation? Poah. Ich finde, man sollte die Chance gehabt haben, bei seinen Enkelkindern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Mit oder ohne Frau? Mit wäre gut. Könnte dann auch ein älteres, verknittertes und ein bisschen giftiges Modell sein. Vielleicht sollte man zum Schluss mit so einer richtigen Planschkuh zusammen sein? Dann könnte man leichter gehen.

4. Frage: mit welcher Krankheit/Todesart? Weiß nicht. Krebs schon mal nicht. Vielleicht ich in einem Edelpuff, wo man die Planschkuh (zu Recht!) hintergeht. Tödlicher Schlaganfall kurz nach einem Dreier? Ideal wäre das, wenn man bis dahin ein bisschen bekannt ist, die BILD Zeitung davon mitbekommt, die Leute noch ein bisschen lachen können und es auf der Beerdigung auch ein paar gute Sachen zu erzählen gibt.

So, Superman. Ich hoffe, du liest und schreibst mit!

Liebe Grüße,
Dein Rome

Mittwoch, 30. November 2011

Das Leben

Ist meistens ziemlich anstrengend. Götzby hat es aus der Kurve gehauen. Hat sich krankschreiben lassen, versucht wieder auf die Beine zu kommen und sucht sich einen anderen Job. Die Ex-Schwiegermutter liegt mit Krebs inklusive Metastasen im Krankenhaus. DK will keine Geschichten mehr hören. Und ich bekomme wahrscheinlich nicht meine moderate 50 % Gehaltserhöhung, die wir in der Zentrale angefordert haben. Das wäre dann das zweite schlechte Jahr in Folge, kein Porsche und mein Abschied. 

Rome: “Ich möchte dir eine Geschichte erzählen.”
DK: “Will keine hören.”
Rome: “Ok. Die ist aber ziemlich gut. Ich erzähle dir die Geschichte dann einfach später.”
DK: “Nein. Ich will gar keine Geschichten mehr hören.”
Rome: “Hm. Die ist mir aber wichtig, und ich bitte dich darum, mir zuzuhören.”
DK: “Ich will aber nicht.”
Rome: “Warum denn nicht?”
DK: “Weil ich nicht will.”
Rome: “Dann ein anderes Mal?”
DK: “Nein!”
Rome: “Die ist aber WIRKLICH gut. Geht um jemanden, der sich ganz alleine fühlt und nur noch unzufrieden ist und ganz oft weint. Und es ist eine wahre Geschichte mit einem guten Ende, auf das man nie von alleine gekommen wäre.”
DK: “Mir egal. Ich will nicht.”

Zwei Stunden später.

DK: “Papa, soll ich dir mal sagen…”
Rome: “Nein, danke. Ich will keine Geschichten von Menschen hören, die mir nicht zuhören.”
DK: “Ok.”

DK gibt sich nicht so leicht geschlagen.

Eine Stunde später.

DK: “Papa…”
Rome: “Nein, danke.”
DK: “PAPA!”
Rome: “Kannst du bitte mal aufhören, mir immer etwas erzählen zu wollen?”
DK: “Ok.”

Beim Abendessen, wieder zwei Stunden später.

Rome: “Kann ich dir jetzt vielleicht doch meine Geschichte erzählen?”
DK: “Ja, bitte.”

Ich erzähle die Geschichte.

DK: “Die ist wirklich gut!”
Rome: “Ich weiß. Aber auch wenn die nicht so gut gewesen wäre: wenn dich jemand aus der Familie oder ein Freund bittet, dir zuzuhören, dann tue das bitte. Manchmal ist man vielleicht genervt, hat eigene Probleme und will gerade nicht… aber das ist wirklich wichtig, dass man, wenn es irgendwie geht und selbst wenn es mitten in der Nacht ist, für Freunde oder die Familie da ist. Weißt du, manchmal liege ich ja auch falsch, aber damit habe ich glaube ich recht, oder?”
DK: “Ja, hast du!”
Rome: “Wenn ich dir irgendwann mal nicht zuhöre, kannst du mich würgen. Okay?”
DK: “Ok. Kann ich dir jetzt meine Geschichte erzählen?”
Rome: “Wenn’s sein muss…”
DK: “Boah, Papa…”
Rome: “Sorry, ich wollte sagen: unbedingt!”

Dienstag, 8. November 2011

Der Lieblingsbarmann, der Rounders und der Freitag


Happy-Hour! Longdrinks kosten fünf Euro. Ich bin so ein “minibisschen” in die Bedienung verknallt. Die ist nämlich hübsch. Leider auch ziemlich doof und vergeben. “Minibisschen” ist von Charlotte Roche, deren letztes Buch gar nicht übel war.

Der Lieblingsbarmann, der gar kein Barmann mehr ist, kommt dazu und sieht gut aus.

Rome: “Du siehst heute ziemlich gut aus. Du musst die ganzen Weibchen klarmachen!”

Dann sitzen wir da und bringen uns auf den neuesten Stand. So von wegen Arbeit.

Rome: “Ich mache da komische Sachen. Heute erst saß ich mit einer Flasche Whisky, Zigarren, ein paar Nutten und einer Schrotflinte am Schreibtisch. Mein Chef ist um Urlaub, die Alte aus dem Marketing ist dumm und faul, und ich sollte in zwei Stunden einen mehrseitigen Artikel schreiben über irgendeinen Event. Mit ausgedachtem Interview. Für ca. 50.000 Leser.”

Dann lache ich. Weil jedes Wort stimmt. Und der LB hört gar nicht zu und guckt nach so einem Mädchen in Begleitung am Nachbartisch. Mir doch egal. Als ob ich Zuhörer bräuchte.

Rome: “Und soll ich dir ‘was sagen? Der Artikel war extrem gut. Auf den Punkt. Das Interview war perfekt. Alles ausgedacht. Aus dem Nichts habe ich alle anderen Artikel, die diese Klitsche jemals produziert hat, zerstört.”

LB: “Aha.”

Guckt immer noch nach dem Mädchen. Locker eine 8,5. Ihr Typ ungefähr eine 0,2.

Rome: “Und weißt du, was der CEO und die Alte aus dem Marketing gesagt haben?”

LB: “Was?”

Rome: “'Wäre ja schon gut, aber hier und da könnte man vielleicht noch nachbessern.”

Dann lache ich und rufe laut schlimme Beschimpfungen durch die Bar.

LB: “Mach mal nicht so einen Krach.”

Rome: “Leck mich doch mal am Arsch.”

Dann steht der LB auf und geht rüber zu der 8,5. Die 0,2 ist gerade auf dem Klo.

Hm. In der Tendenz bin ich gegen solche Aktionen: jemanden, der kacken muss, die Frau ausspannen. Nicht gut für die Verdauung. Aber wer weiß. Vielleicht sind das ja auch nur so Freunde. Und die 8,5 freut sich.

Nach drei Minuten ist der LB zurück. Die 8,5 fühlte sich geschmeichelt, wollte die Nummer aber nicht rausrücken, weil sie einen Freund hat. Ein Hoch auf die Frauen. Also jetzt auf diese Frau.

Zeit die Lokalität zu wechseln. Happy-Hour ist eh vorbei. Wir ziehen durch vier weitere Bars, ehe wir doch im Beyond landen. Das Beyond ist die perfekte Bar. Das Ding ist wie so ein Rapidfire-Glutbeschleuniger von Weber. Von jedem Standpunkt aus, kann man die Hälfte der Gäste sehen. Und der Rest muss sich irgendwann an der Wand entlang hinter einem durchquetschen. Bisschen viele Aslacks da. Aber was soll’s.

Warm da drin. Ist ja ein Glutdings. Ich ziehe mal mein Hemd aus.

LB: “Ach du Scheiße! Sind das alles Muskeln?”

Rome: “Ich trainiere im Moment vier mal die Woche. Du weißt Bescheid. Die perfekte Nummer. Das geht nur mit einem trainierten Körper. Vermute ich.”

Damit man einen ungefähren Eindruck bekommt, was Gestik, Mimik, Habitus und Körperhaltung betrifft, ich sah ungefähr so aus:

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… nur in etwas männlicher und muskulöser.

Die tätowierten Aslacks, die die gleiche Idee mit dem T-Shirt hatten, gucken ganz feindselig. Sehen die denn, dass ich ein Rassist bin?

Nein! Ich ziehe die Aufmerksamkeit von etwa 80% der Frauen auf mich. Das ist erst mal gut.

LB: “Warum gucken die denn auf einmal alle nach mir?”

Rome: “Am Arsch. Die gucken alle nach mir!”

Ich zähle schnell mal durch. Acht bis zehn gucken. Mit drei Stück flirte ich.

Als der LB selber mal kacken muss, spricht mich irgendeine an.

Irgendeine: “Trinkst du was mit mir?”

Rome: “Nein, isch möschte nischt.”

Ich wollte das immer schon mal sagen. Irgendeine lässt die Schultern hängen, sagt noch “schade” und geht wieder.

Wäre ja noch schöner. Die will doch nur meinen Körper!

Naja. Irgendwie war das nur der Anfang dieser Nacht. Aber ich höre jetzt besser auf. Bringt ja nix. Das neue Mädchen kam sowieso nicht vorbei.

Alles ist blöd.

Donnerstag, 3. November 2011

Die Welt kann aufhören


… Filme zu drehen. Steigerungen sind nicht mehr möglich, weiß ich seit gestern, als ich ihn gesehen habe, den Film. Am Anfang habe ich gelacht, ab Filmmitte war mir übel und am Ende habe ich geweint. Ist 30 Jahre her, dass mir das passiert ist: bei Boomer, dem Streuner. Boomer heißt jetzt Barney –> Barneys Version. Guter Film!

Mittwoch, 2. November 2011

Eene meene Muh

Es gibt Belege dafür, dass ich ca. 120 bis 150 Tools beherrsche, um ein Unternehmen auf den richtigen Weg zu bringen. Ich kenne die Weltformel. Aber in Wahrheit weiß ich nichts. Rein gar nichts. Vielleicht habe ich mal irgend etwas gewusst. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern. Wenn ich etwas gefragt werde, erzähle ich irgendwas vom Krieg. So lange bis die Fragen aufhören, und ich wieder alleine bin.
Alleine sein war mal eine gute Sache. Jetzt ist es genau so schlecht oder gut wie mit anderen zusammen zu sein – alles eine Matsche.
Die Arbeit ausgenommen. Da sind eindeutig zu viele Missgeburten unterwegs. Und auch wenn ich nichts weiß, ich bin fünftausendmal besser und schlauer als dieser vor Mittelmäßigkeit und Neid stinkende Pöbel.
Kürzlich wurde ich fürs Intranet interviewt. Interviews sind in etwa genau so beschissen wie Fotos: die wollen einem die Seele klauen. Nein. Interviews sind noch beschissener als Fotos. Auf Fotos kann man wenigstens “Leckt mich, ihr Drecksgesindel” sagen – ohne Repressalien. Das ist ganz gut.
Wir haben seit einem Jahr immer so einen Schwung Polinnen am Start. Die kosten kaum ‘was, haben alle studiert. Mit Körpern zum Hyperventilieren. Jedenfalls wenn man nicht so alt wäre und nicht denken würde, ihr könnt mich auch am Arsch lecken.
Die Polinnen sind eigentlich gar nicht so übel. Verdienen ihr eigenes Geld und wollen ein bisschen Spaß haben. Wenn ich “Spaß haben” sage, meine ich natürlich Vögeln. Allein: ich finde es befremdlich, wenn meinem Boss oder mir Frauen nachgucken und schmachten und spekulieren. Wir tragen Anzüge, können Gehälter verdoppeln, tragen 42er Hemden, die reißen würden, wenn wir die Oberarme anspannen und anwinkeln würden. Aber wer will schon wegen so einem Quatsch verfolgt und gewollt werden? Ist ja auch nix. Außerdem bin ich mit dem Ostblock irgendwie auch schon durch.
In der nächsten Sekunde denke ich dann, dass mir Petrus an der Himmelspforte volles Rohr in die Eier tritt und mich eine Schwuchtel schimpft, weil ich so viele links und rechts habe stehen lassen.
An dem Punkt verliere ich dann regelmäßig den Faden und gehe ein Steak essen oder verstecke mich mit DroidTV im Erste-Hilfe-Raum. Wenn ich könnte, würde ich auch weinen. Und Petrus würde sagen:
“Weißt du überhaupt wie viel Mühe wir uns mit den ganzen Weibern gegeben haben, du dämliches Schwein? Und weißt du wie gut viele von denen riechen? Die bringen Jahre damit zu, das perfekte Shampoo zu finden. Und dann riechen die nach Apfel oder Orange oder Vanille. Ich kann das nicht fassen – die haben wir alle für dich vorgesehen! Was bildest du dir eigentlich ein?”
Und ich würde sagen: “Hörma, das tut mir leid. Aber ich habe primär gar nicht nach Körpern gesucht…”
Petrus: “Watt? Weißt du, mit wem du sprichst?”
Rome: “Körper sind gut. Aber die ich hatte so viele davon… und weißt du, was wirklich gut ist?”
Petrus: “Watt?”
Rome: “Intensität, Originalität und Authentizität.”
Petrus: “Sonst geht’s noch?”
Rome: “Hättest du da nicht ein bisschen mehr von schicken können, du Schweinepriester?”
Petrus: “Dir geht’s ja wohl zu gut.”
Rome: “Naja. Weiß nicht. Ist ja jetzt eh zu spät.”
Petrus: “Jo.”
Und dann ist alles zu spät.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Die ganze Welt soll wissen


dass ich fast alles von Frauen gelernt habe (siehe auch mein Beitrag hier: http://www.achnaja.com/2011/03/lavendel.html).

Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Und, ja, auch dieses Jahr habe ich schon wieder etwas von einer Frau gelernt. Etwas, das von so fundamentaler Bedeutung ist, dass es Beziehungen… ja, sogar Ehen retten kann!

DWM, das Wunderlampen-Mädchen, macht ja gottseidank nicht nur mit Pferden rum, sondern auch hier und da mit mir. Habe ich erwähnt, dass sie wie Anne Hathaway aussieht? Naja.

Jedenfalls fahre ich mit ihr irgendwann durch die Gegend, um irgendwelche Pferde anzugucken. Sie ist sehr hübsch und originell. Da kann man das ja mal machen. Also fahren wir so rum, erzählen Geschichten, die Sonne scheint, und wir lachen viel.

So nach ein paar Stunden und ein paarhundert Kilometern merke ich, wie die Stimmung bei mir kippt. Sie ist immer noch gut drauf, während wir den nächsten Drecksgaul ansteuern. Sie hört nicht auf, mir und meinen Kopfschmerzen irgendwas zu erzählen. Sie nervt. Und ich gucke sie mir von der Seite an und denke: “fick dich doch selbst… oder noch besser mit so einem dämlichen Klepper!”

Ist nicht schön… aber wahr. Ich bin ein schlechter Mensch, sagt mein Gewissen. Und ich denke gleich hinterher: “fick dich doch auch, du Arschloch!”

So geht’s dahin. Keine zehn Minuten vorher war alles in Ordnung. Jetzt bin ich kurz davor, die Alte aus dem fahrenden Auto zu werfen. Mir doch egal, Anne Hathaway hat eh’ eine Pferdefresse!

Im nächsten Moment greift DWM in ihre Tasche und holt ein Snickers und eine Banane raus und hält mir den Kram vor die Nase.

Meine Stirn liegt in Falten. “Was ist das denn?” grunze ich.

DWM: “Wenn Männer Hunger haben, werden die unerträglich. Deshalb habe ich immer, wenn ich mit einem Mann unterwegs bin, eine Banane und ein Snickers dabei. Iss das bitte.”

Rome: “Du baust Fütterungen ein, wenn du mit einem Mann unterwegs bist?”

DWM: “Auf jeden Fall – sonst kommt man nicht weit!”

Sie lacht. Und ich esse die Banane und das Snickers. Und sie hat recht: die Stirn ist auf einmal (so gut wie) faltenfrei, DWM sieht auf einen Schlag wieder viel hübscher aus und, wer weiß, vielleicht kaufe ich ihr gleich auch zwei oder drei Pferde.

Ja, DWM ist ein kluges Mädchen und heißt ab sofort DKWM.

Die perfekte Sporttasche


Wichtiges Thema. Jedenfalls solange, bis ich wieder ein richtiges Leben habe.

Erst mal die Frage, was muss denn rein, in so eine Sporttasche?

Sporthose, –hemd und –socken, Unterhose, Handschuhe, Sportschuhe, zwei Handtücher (wegen Dampfbad), Badelatschen, Schuhlöffel (wichtig!), Deo, Duschgel, Shampoo und Trinkflasche in Edelstahl, weil man bei allem anderen nicht weiß, wie die Nachkommen mal aussehen.

Wohin mit dem Kram? Rucksack? Zu nervig beim Ein- und Auspacken. Irgendwie zu klein und zu doof.

Sporttasche – medium sized (46 x 30 x 32 cm). So was hier:

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Gut beim Ein- und Auspacken, aber irgendwie unhandlich auf dem Mopped. Kann man nix dran machen, denkt man.

Doch… Downsizing! Das gleiche Ding als small-sized (38 x 25 x 24):

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Das ganze Gerümpel passt perfekt rein*, passt perfekt aufs Mopped, die Beine hängen nicht mehr im Wind UND man hat nicht mehr das Gefühl, dreimal die Woche umzuziehen.

(* wenn man die richtigen Handtücher dazu hat, also nicht so Riesendinger für den Strand.)

Was ich verschwiegen habe: alle meine Sporttaschen verfügen über ein von mir höchst selbst montiertes Lavendelsäckchen.

So. Für 16,95 € kann ich jetzt glücklich weiterleben. Das ist ja auch ‘was.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

There you go

 

Oktober. Im Oktober ist das Jahr gelaufen. Wenn man die Jahresziele jetzt nicht erreicht hat, war man zu langsam. Wir haben unsere Ziele vor sieben oder acht Monaten erreicht (+ 50%). Und ich habe so ein Gefühl, dass wir die Ziele für 2012 Mitte Februar erreichen. Als ich meinen Chef gefragt habe, was passiert, wenn man seinen Bonuserwartungen nicht gerecht wird, sagte er: “das dürfen die nicht, die dürfen meine Mutter beleidigen… aber DAS dürfen die nicht!”

Wir lachen immer noch halbe Tage durch. Seine Tochter und seine Frau sind Fans von DK. Nebenbei hat er es sich zur Aufgabe gemacht, mein Gehalt um 50 % zu steigern. Ich fürchte, ich habe den besten Chef, den man sich wünschen kann.

Noch besser: er hat mich in eine Position gebracht, in der ich jederzeit den Arbeitgeber wechseln kann und dabei höchstwahrscheinlich auch noch mehr verdiene.

Arbeit: check.

DNM. Nix neues. In tausend Jahren werde ich nicht verstehen, wie sie mit diesem Hannebambel zusammenbleiben kann, wenn sie die Aussicht hat, mit mir essen zu gehen. Naja, sind ja auch erst drei Jahre.

Liebe: kann man gerade nix machen – check.

DK ist DK. Läuft gut. Wir haben beschlossen, dass wir einmal im Jahr in die Sonne, einmal in eine Stadt (nächstes Jahr: Berlin) und einmal in den Schnee fahren. Ihre Mutter hat einen neuen Freund und lässt mich in Ruhe. Eltern leben.

Familie: check.

Freunde: check.

Sex: check.

Soziales Gedöns (Spenden und so was – kam mal in den Kommentaren): check.

Konsum: check (ALLES gekauft)

QED: alles erledigt. Ich habe keine Aufgabe mehr. Keine Baustelle. Das ist nicht gut. Ich kann mit diesem Zustand nix anfangen. Man wird dann komisch und macht demzufolge komische Sachen. Ich sage nur Fitness-Studio. Mein Körper ist (noch) nicht perfekt, ich feile daran rum – aber so besonders sinnstiftend ist das nicht.

Alles Kacke, deine Elli – und das schreibe ich nicht nur zum gefühlt 25. Mal.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Gretelfrage


Modewoche in Paris. Alle dreihundert Meter verliebe ich mich in einen anderen Körper. Und ich gucke, aber sie gucken nicht zurück. Nicht eine Sekunde. Die haben ihre Kopfhörer auf und den Blick gesenkt.

Mit Blick auf die Straße sitze ich neben DK in so einem Möbelladen, Habitat, auf einer Couch am Place de la République. Wenn ich will, kann ich so aussehen, als hätte ich Geld. Also lässt uns der Türsteher in Ruhe. DK zieht die Schuhe aus. Wir gucken raus, machen es uns gemütlich. Dauert höchstens eine halbe Minute, dann läuft schon wieder so ein Körper vorbei. Ich fluche leise, ehe ich vom Thema ablenke.

Rome: “Gute Couch, oder?”
DK: “Ja, sehr gut.”
Rome: “Soll ich dir ‘was komisches sagen?”
DK: “Ja.”
Rome: “Manchmal verstehe ich gar nichts. Nicht ein Stück. Nichts. Verstehst du die Welt eigentlich?”
DK: “Glaub’ nicht.”
Rome: “Wusstest du, dass mein Chef Chef von 40 Ländern für den Kram ist, den wir machen?”
DK: “Nee.”
Rome: “Der findet mich ziemlich gut und hat mir angeboten, in allen Ländern, in denen ich das will, zu arbeiten. Immer so zwei Jahre. Oder länger. Wenn du älter bist, Lust hast und die Welt kennenlernen willst, die bezahlen auch ganz gute Schulen. Vielleicht verstehen wir dann irgendwann mehr von der Welt.”
DK: “Ginge auch Paris?”
Rome: “Ja.”
DK: “Und wenn ich nicht mitkomme, gehst du dann trotzdem?”
Rome: “Nein. Nicht so lange du mich noch ertragen kannst.”
DK: “Paris ist schon ganz gut, aber ich weiß es noch nicht.”

Irgendwann bin ich wieder in Frankfurt und stehe mit dem Lieblingsbarmann in irgendeiner Bar. Ich beschwere mich: “die haben nicht eine Sekunde nach mir geguckt! Ich finde das unverschämt.”

Etwa zur gleichen Zeit entdecke ich drei Mädchen an einem Tisch. Eine sehr, eine mittel und eine nicht schön. Die (sehr) Schöne guckt. Und ich verstehe die Welt schon wieder nicht. “Warum guckt die denn jetzt?” frage ich meinen Freund. “Ist die bekloppt? Ich meine, ich bin ungefähr 20 Jahre älter. Was soll das denn?”

LB: “Ach du Scheiße. Ist die hübsch.”
Rome: “Die guckt schon wieder. Erklär’ mir das mal einer!”

Alles ist noch viel schlimmer. Die Testosteron-Tanks sind bis zum Anschlag voll. Genau so wie die Bar. Nur neben der 19jährigen ist ein Platz frei.

Rome: “Hier stimmt doch was nicht. Ich meine, schau dir das Gesicht, die Haut, das Dekolleté an – da fällt einem doch die Netzhaut ab. Warum guckt die denn? Vaterkomplex? Und was macht man denn dann? Hilf’ mir doch mal einer!”

LB: “Die ist echt jung.”
Rome: “Und echt bekloppt! Wusstest du, dass mein Vater ziemlich oft mit Richard Weizsäcker verwechselt wurde. Der musste auch Autogramme geben. Sag mir jetzt sofort, was die will!”
LB: “Weiß ich auch nicht.”
Rome: “Und warum ist in der ganzen Bar kein einziger Platz frei – nur neben ihr. Was soll das denn? Das ist doch ein Zeichen!”
LB: “Kann sein.”
Rome: “Und warum hat die Schule da wieder so versagt. Hätte man das nicht im Ethikunterricht drannehmen können, was man so als 39jähriger darf und was nicht? Und du bist auch keine große Hilfe!”

Während ich mich noch frage, was nach dem westlichen Wertekanon anno 2011 zu tun ist, guckt die 19jährige schon wieder. Das ganze hat für mich biblische Ausmaße: es ist Gottes Wille.

Ich gehe dann mal hin.

Sonntag, 16. Oktober 2011

DK & Paris


DK: “Papa, du wolltest mir immer mal zeigen, wie deine Kamera funktioniert. Hast du aber nie gemacht.”

Rome: “Also… so geht das.”

Das Kind ist sechs Jahre alt. Das sind ihre ersten Bilder. Alles eigene Ideen und Motive. Ich glaube, ich sollte ihr die Kamera schenken.

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Freitag, 7. Oktober 2011

Urlaub


Komme gerade vom Krafttraining. Läuft gut. Ich trete die 200 Kilo Maximalgewichte der Maschinen inzwischen mit so viel Wucht, dass sie abheben. Gibt einen Mordslärm, wenn die dann wieder runterfallen. Dazu stöhne ich, als hätte ich sie nicht mehr alle. Noch elfeinhalb Jahre. Das wird ein Fest, wenn ich der ExF in den Arsch trete. Haha.

So. Urlaub. Die Taschen voller (geliehenem) Geld. Ich freue mich auf DK und Scheiß-Paris und unsere Wohnung im 10. Arrondissement. Die arme Mickey Mouse. DK kann jedes Herz brechen. Im Vorbeigehen.

Bis die Tage.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Streuselkuchen

Konsum ist unterm Strich unpraktisch: entweder man hat alles, dann ist einem langweilig. Oder es fehlt irgendwas, dann ist man genervt. Man findet keine Ruhe mit dem Dreck.

Als meine Mutter klein war, so Mitte der Fünfziger, hat sie für alte und geizige Frauen den Einkauf erledigt. Zum Beispiel für die schäbige Else, die ihr zehn Pfennig in der Woche dafür bezahlte, dass sie quer durchs Dorf rennt und sich an den Einkäufen einen Bruch hebt. Schlimmer noch: jeden Tag sollte meine Mutter für Else auch ein Stück Streuselkuchen beim Bäcker kaufen. Else, die alte Mistsau, war nicht doof. Die wusste genau, wenn meine Mutter einen halben Streusel vom Streuselkuchen runtergefressen hatte. Keine Ahnung, wie, aber die hatte das raus mit dem Streuselkuchen, die Else. Meiner Mutter lief jeden Tag das Wasser im Maul zusammen… und Else machte keine Anstalten, jemals irgendetwas abgeben zu wollen. 

Jetzt muss man noch wissen, dass meine Mutter aus der ärmsten Familie im Dorf stammt. Neun Kinder. Der Vater arbeitsunfähig. Knifflig. Wenn es einmal die Woche ein Fitzelchen Wurst gab, durfte man nicht blinzeln, sonst war die Wurst weg. Streuselkuchen kannte man nur aus Erzählungen oder feuchten Träumen.

Was tun? Klauen ging nicht. Streusel runterfressen auch nicht. Schwierig -  für einen normalen Menschen -  nicht für meine Mutter. Ablecken! Meine Mutter schlug viele Fliegen mit einer Klappe, als sie den Streuselkuchen in einer stillen Nebengasse jeden Tag genüsslich ableckte. Streusel für Streusel. Meistens spielte die Sonne mit und trocknete alles wieder rechtzeitig.

Jetzt kann man sich auch erklären, warum meine Mutter später dann ihre Millionen zusammengerafft hat: sie wollte nie mehr am Essen sparen. Das, merke ich gerade, passt aber gar nicht in den Kontext.

Spinne ich oder ist das nicht eine großartige Schule fürs Leben? So auf dem Feld in der Abenddämmerung nach Kartoffeln und Dickwurz zu wühlen. Wusstet ihr, dass man den Kindern abends auf die Schulbrote eine Scheibe Wurst gelegt hat, die man morgens wieder runternahm und lieber dem Vater aufs Brot legte? Die Kinder sollten einfach so ein bisschen den Geschmack von Wurst haben.

Mein Vater, auch nicht doof, hat in Fünfzigern ein Gewehr in seinem Mantel in der Ostpark geschmuggelt und da am Weiher Enten geschossen.

Ich muss das mal mit DK besprechen. Nix mehr Ivory Club! Was soll die denn sonst später mal erzählen?

Dienstag, 27. September 2011

Do, Fr, Sa, So, Mo

Donnerstag. Schöne Berger. Frau Müller. Hundertzwanzig Euro versoffen. Frau Müller wird nächstes Jahr Vater. Das ist gut. Ist bestimmt ein ganz brauchbarer Vater. Vielleicht besser als ich.

Freitag. Die neuen Zähne meines Vaters im Surf’n Turf eingeweiht. Zweihundert Euro verfressen. Zu zweit. Ohne Alkohol. Danach in die Kamehameha Suite. Blöd, dass mein Vater nichts mehr trinkt. Geschichten ausgetauscht. Später DNM vorgeführt. Ihm mit Hinweis auf DK davon abgeraten, sich im Wald zu erschießen.

Samstag. Schneeweißchen und Rosenrot mit DK. Danach N16 mit meinem Boss plus Anhang. Ich war ihm ein Essen schuldig. Zweihundert Euro verfressen. Bisschen Alkohol.

Sonntag. DK baut alle Stühle im Haus vor dem Klavier auf, schmückt alles mit selbstgepflückten Blumen und gibt ein Konzert vor ungefähr 30 Stofftieren und 1 Vater. Danach Spaziergang zum Lilienteich - quer durchs Gelände inklusive Maisklau für ihre Mäuse. 

Montag. COO teilt mir mit, dass mich der Personalchef hasst. Mir doch egal, sage ich und summe mein Mantra (“Fick dich!”). Gehe ich halt zu meiner Masseurin. Die liebt mich. Heimlich. Aber auch nicht genug: ist die letzte Massage für drei Monate. Sabbatical.
Die Lieblingslesbe und Götzby nehmen mich abends mit zu Whippie. W. macht ein Lagerfeuer, gibt uns Stöcke und Würste von Aldi, die wir selber grillen müssen. Dazu den leckeren Kartoffelsalat aus dem Industrieeimer. Whippie hat sie nicht mehr alle. Ich will ihn umbringen und lotse ihn in Götzbys neuen 211 PS Golf mit DSG. Götzby kommt vom Land, ist gutgläubig und gibt mir die Schlüssel. Ich darf fahren und prügele die Kiste in stockfinsterer Nacht den Feldberg hoch. Die Lieblingslesbe hasst mich. Noch eine. Kann man eigentlich genug Frauen haben, die einen hassen? Kotzen muss sie auch. Ich muss lachen und sage: “Hörma. Was meckerst du denn? Die Wurst ist doch wieder raus, oder?”

Dann fahre ich nach Hause und weiß nicht, was ich von allem so halten soll. Plätschert alles dahin.

Die Tage mit DK sind perfekt, das weiß ich. Was mit dem Rest ist, keine Ahnung. Braucht man eigentlich nicht.

Montag, 26. September 2011

Yoga vs. Alkohol

 

Estudios confirman que beber alcohol trae los mismos beneficios que la yoga!!! POR FIN UN ESTUDIO SERIO

Savasana
Una posición de relajamiento total
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Balasana
Posición que trae una sensación de paz y tranquilidad.
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Setu Bandha Sarvangasana
Esta posición calma el cerebro y recupera piernas cansadas.
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Marjayasana
Esta posición provoca un masaje suave en la barriga y en la espina dorsal.
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Halasana
Excelente para el dolor de espaldas y para el insomnio.
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Dolphin
Excelente para los hombros, fortalece tórax, piernas y brazos.
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Salambhasana
Una forma efectiva de fortalecer músculos lumbares, piernas y brazos.
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Ananda Balasana
Esta posición hace un buen masaje en las caderas.
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Malasana
Esta posición estira los tabillos y músculos de la espalda.
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Pigeon
Tonifica el cuerpo, aumenta la flexibilidad y desestresa su mente.
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Sonntag, 25. September 2011

Hilfe

Bin mit DK bald eine Woche in Paris. Ich war da immer nur zum Vögeln oder Arbeiten. Aber noch nie mit einem Kind. Euro-Disney, Eifelturm, Mona Lisa – was kann man da sonst noch so machen?

Bitte um sachdienliche Hinweise. Vielen Dank!

Freitag, 16. September 2011

Ein Tag im Leben von Herrn Rounders


Der Tag fängt nicht gut an. Liegt an meinem Biorhythmus. Immer wenn ich längere Zeit frei habe, gehe ich um neun Uhr morgens ins Bett und schlafe etwa bis 15.45 Uhr. Bin dann ausgeruht, sehr entspannt und theoretisch in der Lage, die Welt in Brand zu stecken. Heute morgen bin ich so gegen 08.30 Uhr aufgestanden. Ist nicht meine Zeit. Keine Flammen weit und breit.

IAA ist auch nix. Ich gehe nächste Woche mal heimlich mit meinem Chef hin, um nach den Hostessen zu gucken, aber sonst nervt das wegen dem Verkehr.

9.30 Uhr sitze ich in meinem Stuhl. Verhältnismäßig spannender Moment: ich gucke in meinen Kalender. Ich weiß nie vorher, welche Termine auf mich zukommen und was ich wieder vergessen habe. Blackberry finde ich doof. Und mit Android/Google kann man den bekloppten Kalender nicht synchronisieren.

Dieser Tag ist gut. Nur einen Vier-Stunden-Termin mit meinem Boss. Wir wählen die besten abgeschlossenen Projekte aus diesem Jahr aus, um den Leuten Geldprämien zukommen zu lassen. Götzby hieve ich völlig unerwartet auf Platz 3.

Nach einer Stunde haben wir 40 Projekte bewertet. Wir sind so lean wie nur was. Drei Stunden gespart.

Mein Boss bittet mich zu einem intimen Gespräch in einen Think Tank. Er hat mit dem CEO über mich gesprochen. Wenn wir nicht beide vorher abhauen, möchte er, dass ich sein Nachfolger werde und Deutschland und Osteuropa in unserem Bereich leite. Der CEO ist okay. Er ruft gerne laut und deutlich “BULLSHIT!” – auch zu mir. Erinnert mich an meinen Ex-Schwiegervater und sein Tourette-Syndrom. Ich bin übrigens der einzige, der den zum Schweigen und Weinen gebracht hat. Das ist vielleicht mein einziges Talent: ich kann das mit fast jedem.

Jedenfalls habe ich den CEO zu hart rangenommen. Eigentlich ist er es gewohnt, die Leute zum Weinen zu bringen. Er ist jetzt nicht grundsätzlich gegen mich, schlägt aber vor, dass ich vielleicht noch mal in ein Kommunikationstraining gehe. Haha.

Wenn alles gut geht, wird mein Boss globaler Chef für unser Zeug und betreut dann 35.000 Mitarbeiter in 30-40 Ländern (weiß gar nicht wie viele). Und wenn das so kommt, kann ich mir theoretisch immer irgendein Land aussuchen, das mir irgendwie gefällt und in dem ich arbeiten möchte. Das ist gut. Wenn DK dann bei mir wohnt und ihre Mutter in der Geschwindigkeit weiter abdreht, nehme ich sie einfach mit. Naja, keine Ahnung. Gibt ja schlimmeres, als Optionen zu haben.

Zeit für Mittagessen. Ich gehe mit einem Bekannten aus Product zu Tisch. Seine Freundin lernt gerade auf Heilpraktiker um. Ich kann sie nicht so gut leiden und fange an zu pfeifen, als er sich bei mir zu Hause mit ihr einladen will. Wir reden dann lieber über eine Projektidee, die er hat. Die ist auch gar nicht schlecht, aber ich hole trotzdem mal die Weltformel raus: E = Q x A. Bei ihm hapert es ein bisschen mit dem A.

Wir essen und labern, laufen dann durch die Stadt. Als wir nach zwei Stunden zurück sind, schlendere ich zu Dr. S. Dr. S. ist der schlaueste Kopf in der Bank. Niemand kann ihm folgen. Er ist zu schnell, zu gut. Von mir nimmt er an, dass ich der einzige bin, der ihn versteht. Er lächelt, wenn er mich sieht. Wir tauschen Informationen in einer abartigen Geschwindigkeit und Präzision aus. Großes Tischtennis! 

Danach führt mich meine Tour zur Lieblingslesbe. Kaffee trinken. Wir sitzen auf so einem gemütlichen Lederdings. Ich ziehe die Schuhe aus. “Hörma. Weißt du, wer Anne Hathaway ist?” frage ich. “Klar, total hübsch!” sagt sie.
“Habe ich dir mal ein Bild vom Wunderlampen-Mädchen gezeigt?” frage ich weiter." “Nee”, sagt sie.

Dann zeige ich ihr ein Bild in meinem Handy. Darunter steht ihr Geburtsdatum.

“Scheiße, die sieht ja genau so aus!” ruft sie.

“Sag ich doch.”

“WAS? Die ist Jahrgang 84?”

“Wieso?”

LL: “Die ist zwölf Jahre jünger als du? Und die ist richtig hübsch! Was soll das denn. Ich meine, bist ja nicht Brad Pitt! Du bist ja nicht schön, oder so.”

R: “Geht’s noch? Wer ist denn bitte Brad Pitt? Und wie alt ist DER denn? Und wer bitte kann denn schöner sein als ich?”

LL: “Jetzt sei doch mal ehrlich. Diese Frauen machen doch nix weiter als auf ihren Körper zu achten. Das ist ja wie ein Fetisch bei denen. Und du hast nicht so einen Körper!”

R: “Was weißt du denn von meinem Körper? Und was soll ich denn machen, wenn die mich wollen?”

LL: “Naja. Ich würde das ablehnen. Ich könnte mit so jemandem nicht zusammen sein oder Sex haben! Der, äh, Unterschied wäre mir einfach zu krass.”

R: “Bist du bekloppt? Du sagst mir hier, dass ich zu hässlich für Sex bin und dass du dich wunderst, dass ich überhaupt jemals Sex hatte? Wenn ich in einer Bar sitze und die gucken, soll ich dann zu denen gehen und sage: janee, hörma auf zu gucken, meine Lieblingslesbe sagt, ich bin total hässlich?”

LL: “Bist du sauer?”

R: “Naja. Ich glaube, du kannst mich mal am Arsch lecken.”

LL: “Aber warum denn immer so junge?”

R: “Das ist eine gute Frage. Die habe ich auch mal dem Lieblingsbarmann gestellt. Der hat mir das erklärt: wenn man noch ein Kind will, soll man das ja nicht übers Knie brechen und sich erst mal kennenlernen. Wenn wir jetzt mit Frauen in deinem Alter rumhängen würden, ginge das ja gar nicht mit dem Warten. Dann muss man quasi nach dem zweiten Date loslegen, weil sonst eh die Uhr abgelaufen ist. Naja. Das war seine Erklärung. Ich finde auch die Körper ganz gut.”

LL: “Du bist ein Schwein.”

R: Und du kannst mich immer noch am Arsch lecken.”

Dann kommt der Facility Manager vorbei. Warum auch immer: der steht in der Hierarchie ganz oben. Letzte Woche hatten ich einen Streit mit ihm. Er kommt zu mir, legt mir die Hand auf die Schulter.

FM: “Herr Rounders, ich möchte bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid, ich gelobe Besserung und mache es wieder gut.”

R: “Prima. Das hört sich doch gut an.”

FM: “Schönen Nachmittag noch!”

Die Lieblingslesbe ist fassungslos. Der Typ beantwortet seit Jahren keinem mehr eine Email.

LL: “Verdammte Scheiße, wen kennst du eigentlich alles und was hast du hier eigentlich für einen verdammten Status?”

R: “Watt?”

LL: “Ich habe keine Ahnung, wer oder was du bist.”

R: “Doch. Ich bin der, der eigentlich keine abkriegen dürfte. Du alte Kuh.”

LL: “Gehen wir mal wieder einen saufen? Ich meine so richtig. Mit Whisky. Nur wir zwei!”

(Als wir das das letzte Mal gemacht haben, war ich sehr betrunken und wir sind ganz, ganz knapp an einem Coming-In vorbeigesegelt.)

R: “Klar.”

LL: “Ich habe das nicht so gemeint. Ich erzähle ganz vielen Leuten von dir. Und ich sage denen immer, dass du ein ganz großes Herz hast und dass du sehr-sehr klug bist.”

R: “Das ist nett. Aber Sex darf ich keinen haben?”

LL: “Die eine war 21. Das sind KINDER!”

R: “Leck mich.”

Danach schlage ich ein paar Haken durch die Bank, verabschiede meinen Boss, der morgen verreist, gucke auf die Uhr und stelle fest, dass es schon Zeit für den Feierabend ist. Ich werfe meinen Turnbeutel über die Schulter und lustwandele zu Götzby.

R: “Na, du faule Sau! Wir gehen zum Sport. Krafttraining! Die Lieblingslesbe sagt, ich bin zu hässlich für Sex. Vielleicht hilft das Training ja!

G: “Quatsch. Was bin denn dann ich? Ich würde dir mit vögeln!”

R: “Das ist lieb. Gehen wir.”

Wir trainieren ein bisschen, hängen im Dampfbad rum, kurven danach durch die Stadt und laufen schließlich zur Nummer 16.

Auf dem Weg dahin sehe ich DAS NEUE MÄDCHEN in einer Kochschule. Mirko Reeh oder wie der heißt.

R: “SCHEISSE!" Das neue Mädchen!”

Ich bleibe stehen. Gucke quer über die Straße und winke ihr zu. Sie erkennt mich nicht. Götzby will reingehen.

R: “Von wegen! Die kann mich auch mal am Arsch lecken!”

Dann murmele ich 150 mal “Fick dich!” und weiß nicht, wen oder was ich damit meine. Götzby fragt, warum die nicht zurückwinkt. Ich mich auch.

N16 hat eine neue Karte und höhere Preise. Scheißegal. Die Qualität ist perfekt. Filet und Lammrücken und Tiramisu und Wein satt.

Götzby geht’s nicht so gut. Ich bringe ihn zum Lachen. Zwischendurch schreibe ich DNM eine SMS.

“Hörma. Warum lernst du denn jetzt Kochen, wenn ich dich seit Jahren zum Essen einladen will. Ich versteht das nicht. Verstehst du das? Bin in der N16, falls du mir das erklären kannst.”

Die guten Texte sind schon lange ausgegangen.

Mitternacht. DNM antwortet. “Sorry, du hast dich verguckt, bin in einem ganz anderen Stadtteil… “ Blabla.

“Du arme Sau”, sagt der Götzby.

“Ja”, sage ich.

Dann gehe ich nach Hause und schreibe den Quatsch hier auf.

ps_
Effizienz = Qualität x Akzeptanz // die beste Idee ist einen Scheiß wert, wenn sie keine Akzeptanz findet.

Mittwoch, 14. September 2011

Römer am Ende Roms


“Zu spät, nach Hause zu gehen. Und noch zu früh, um zu verweilen.”
”Jederzeit für für immer bereit.”
”Und wir küssten uns wie Römer am Ende Roms.”
”Triff mich an der Kirche, denn ich habe Lust zu schwören.”

Thees Uhlmann

Danke, Thees. Dein Lied hat mein nächtliches “Fick Dich!” Mantra gerade übertönt. Das ist gut! Nicht so gut: es hält mich von der Arbeit ab. Noch 30 Seiten bis morgen früh. In Wahrheit bin ja Tippse. Den ganzen Tag Emails und nachts obskure Studien, die keiner liest.

Weil ich gerade eine ziemliche Zumutung bin (auch für mich!), habe ich beschlossen, Wiedergutmachung zu üben.

Ich verschenke Thees Uhlmann. Hört sich an, als wäre das ein ordentliches Album. Die ersten sieben, die sich melden, bekommen eine CD von mir geschickt. Einfach die Post-Adresse an den Gedöns-Kontakt schicken. Adresse wird nach dem Versand gelöscht! Und erinnern kann ich mich eh an nix.

Ah! Ich habe mir gerade einen Haken überlegt, eine CD bekommt nur, wer mir zwischen 1 Uhr nachts und 5 Uhr morgens schreibt. “Die Nacht war kurz, und ich stehe früh auf.”

Ich glaube, diese Nachtviecher sind nämlich die besseren Menschen.

Montag, 12. September 2011

Lieber Superman,

das mit der Prüfung war okay. Mit 100% kann ich leben. Mein Chef hat mich heute gefragt, ob ich, wenn sie ihm den Bonus auch nur um einen Cent kürzen und er woanders hingeht, ihm nachfolge. Wie ein Hund, habe ich gesagt. Dann hat er mich ausgefragt, wie ich das da so lange ausgehalten habe. Ich wurde rot. Wusste nichts zu antworten.

Götzby hat heute von seinem neuen Auto erzählt. Das sei so sportlich abgestimmt, das könne man gar nicht in den Regelbereich des ESPs bringen. Habe ihn ausgelacht und mich angeboten, ihm seinen GTI mal im Grenzbereich und vielleicht mal auf drei Rädern vorzustellen. Ich: “Götzby, mit den Autos ist das wie mit den Frauen. Die müssen schon ein bisschen Respekt vor dir haben. Die müssen wissen, wer das Herrchen in den Kurven ist, wenn du mich verstehst.” Er: “Nein, danke.”

Von den Schoßgebieten wollte er auch nichts wissen. Ich weiß nicht, ich brauche mal ein paar neue Freunde.

Gut wäre auch: ein anderes Leben. Meins ist so leer wie nur was. Wenn da ‘was frei wird, sag Bescheid.

Gruß,
Rudi

ps_
Wenn nicht, gucke doch mal, ob du etwas mit meinem Dispo machen kannst. Da hat sich ganz schön was angesammelt, und ich war schon vier Wochen nicht mehr unterwegs. Kein Wunder, dass man da schwermütig wird!

Freitag, 9. September 2011

Opa


Alle anderen Kinder sind schlauer als ich. Ich habe mich immer so durchgemogelt. Am Montag habe ich eine mündliche Prüfung. Da fliegt dann endlich und hoffentlich alles auf. Ich bin 39 und Erwachsenenbildung ist für’n Arsch. Da geht einfach nichts mehr, der Kopf kann und will nicht mehr. Schon gar nicht bei 600 Fragen mit 2.000 Antworten. Weil ich so ein Effizienz-Spacko bin, habe ich einen Lernplan entworfen - mit Lernkurve. Reine Notwehr: man reduziert den Aufwand auf das totale Minimum, indem man sich nur auf die problematischen Fragen konzentriert. Für 100 Fragen und 350 Antworten brauche ich mit durchschnittlich 18% Vorkenntnissen, um bei 100% zu landen, vier Durchgänge und etwa zwei Stunden. Das bedeutet: ich brauche noch etwa zehn Stunden, wenn nicht endlich ein Flugzeug aufs Haus fällt. Oder ich mir die Pulsadern aufbeiße – längs!

Ausschnitt – Lernkurve Rudi Rounders
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Meine Lieblingscousine, die in Berlin lebt, hat mal ein Jahr in Erwachsenenbildung gemacht. Das ist wirklich nix, bestätigt sie. Die Leute haben eine Aufmerksamkeitsspanne von hier bis nirgendwo. Alles, was die noch können ist: gucken wie eine Kuh und so kleine Speichelbläschen im Mundwinkel produzieren.

Lustig: ich habe sogar Sonderurlaub wegen dieser Prüfung bekommen. Sitze zu Hause und gucke Filme. Heute: vier Stück mit Anne Hathaway. In dem letzten – Passengers –, als sie die Hornbrille trägt und so halbnackt durch das Bild läuft, habe ich Teile meines Schoko-Weber-Kuchens ausgespuckt: die sieht aus wie das Wunderlampen-Mädchen!

Naja. Das war jetzt ein bisschen gelogen: eigentlich ist mir das schon drei Filme vorher aufgefallen, bei Havoc, als sie ziemlich nackt mit den Crack-Dealern rummacht.

Und dann sitzt man da und überlegt. DWM hat gerade ihr zweites Studium abgebrochen. Bin nicht verliebt. Der Körper ist grandios. Die Tendenz: lass die mal in Ruhe, die muss ja irgendwie erst mal auf eigenen Dings stehen. Meistens ist aber die Sicht nicht so gut, weil einem der Trieb alles vernebelt.

Dieses Wochenende wird DK zum zweiten Mal dem Kinderschreck ausgesetzt. Ihre Mutter will mit ihr bei ihm schlafen. Muss sie durch. Da kann ich ihr nicht helfen. Keulen ist doch noch verboten, oder?

Die ExF wird immer unsicherer und instabiler, macht viele Fehler – auch vor dem Kind und bekommt es nicht mal mit.

Wenn meine Hochrechnungen stimmen, lebt DK in drei bis vier Jahren bei mir. Das wird schön! Mit zwölf ist sie dann ein MBB, konstruiert sich selbstregulierende Lösungssysteme und reorganisiert das Schulsystem. Mit 16, als sie zum ersten Mal 5.000 Euro als Tagessatz angeboten bekommt, verabschiedet sie sich aus dem Consulting-Gewerbe und setzt sich zur Ruhe. An diesem sagt sie: “Papa, du hattest recht. Wenn man immer vor so vielen Affen rumturnt, wird man selber irgendwann einer. Und Büros sind auch doof.” Sie wird sich erinnern, dass sie eigentlich immer Kinderbuchautorin werden wollte. Das macht sie dann. Ansonsten findet man sie und mich, wenn sie mich manchmal mitnimmt, in Restaurants, Bars, Theatern oder Konzerten. Manchmal reiten wir zusammen durch die Rocky Mountains oder lungern am Kilimandscharo rum. Irgendwann werde ich Opa. Vielleicht auch von einem Jungen. Und auch wenn ich als Vater nicht so der allerbeste war, als Opa bin ich dann ganz brauchbar.

Inzwischen schreibe ich DWM mal eine SMS.

ps_
Was hier irgendwo noch reingehört: in zwei Jahren mache ich mich selbstständig. Schnauze voll von den schäbigen Outsourcern.

Mittwoch, 7. September 2011

Das menschliche Urmeter - Umfrage

Jesus. Was für eine bescheuerte Idee. Sorry für diese Aktion! Offensichtlich habe ich einen ernsthaften Loyalitätsfimmel. Uralte Geschichte, die ich jetzt nicht erzähle, weil das nur Sodbrennen gibt.
245 Stimmen. Das menschliche Urmeter bin (dank Drohungen, Winselei und dem Einsatz von 107 Personen): ich.
Dicht gefolgt von Hank Moody: 104 Stimmen. Hartes Rennen. Ich lag die meiste Zeit hinten. Im Prinzip kann ich die Moody-Wähler verstehen, finde sie aber auch ein wenig anstrengend und belehrend und doof. Ihr dürft gerne woanders weiterlesen, ihr aufgeklärtes, wir lassen uns nicht manipulieren Gesindel.
Abgeschlagen auf Position 3: Michel Houellebecq, 18 Stimmen. Guter Mann in einer interessanten Phase: ich glaube, sein Sexualtrieb lässt nach. Da kann der schon mal vorarbeiten. Ich habe ihn gern. Sehr ehrlich und unverstellt. Die Szene in seinem letzten Buch, als der Sohn der Sterbehelferin eine reinhaut, war gut.
Letzter Platz: Charlie Sheen, 16 Stimmen. Charlie arbeitet auch vor. Nur in die andere Richtung. Bin nicht sicher, wie das ausgeht. Die Leute unterschätzen, wie anstrengend es ist, dauernd irgendwelchen Neigungen nachzugeben. Heimlich hoffe ich, dass damit mal jemand durchkommt.
Wer fehlt? Wurde in den Kommentaren angesprochen: Charlie Runkle. Großartiger Charakter!
So. Wirklich ein knappes Rennen. Danke noch mal.

Hank Moody vs. Rome


Vergessen zu sagen: wenn ich die Abstimmung gegen Hank verliere, mache ich bis Ende des Jahres Pause. 20 Stunden habt ihr noch.

Das ist kein Witz. Mir ist gerade so nach Psychoscheiß.

Dienstag, 6. September 2011

Digitale Lebensberatung


Der Porsche hat sich in Luft aufgelöst. Die Drecksmitarbeiteraktien sind nix mehr wert.

Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, zieht die ExF vermutlich zum Kinderschreck, der 180 km weit weg wohnt. Keine Ahnung, wie das gehen soll.

Jeden Tag habe ich auf der Arbeit Scheiße am Bein. Das Niveau der Leute da ist unterirdisch. Viele haben dort schon Schwierigkeiten, beim Kacken das Klo zu treffen.

Dispo pendelt so bei 17.500 Euro.

Gestern habe ich meinen Vater angebrüllt – zu Recht. Morgen hat er Geburtstag.

Meine Putzfrau ist geisteskrank. Die stellt die Möbel um und baut Schränke ab.

DNM überspannt den Bogen und macht alles kaputt.

So ist das. Was kann man da tun?

1. Die Beinmuskulatur trainieren! Ich bin im Studio bei den Maximalgewichten angekommen. Der Plan: wenn DK volljährig ist und ich meine Edelstahlersatzeier anschraube, trete ich der ExF so was von in den Arsch, dass ich heute schon (ein bisschen) lächeln muss.

2. Alles Geld, was nicht da ist, sinnvoll ausgeben. Sinnvoll heißt: das ganze Haus zustellen mit Elektronik, die einen autonom macht.

Hat viele Jahre gedauert. Jetzt ist es soweit: ich muss das Haus nicht mehr verlassen.

Ich habe alle Filme, die es gibt. Ich habe alle Musik, die es gibt. Ich habe alle Bücher, die es gibt. Und das, ohne jemals mehr aus dem Haus gehen zu müssen. Ich weiß, ihr habt das alle schon Jahre, aber bei mir hat es bis heute gedauert.

Filme: Trailer per Samsung App auf Maxdome angucken und dann irgendwo anders runterladen (mit DSL 64.000) – alles in 1080p.

Musik: CDs alle weggeschmissen – Rippen ist was für Arbeitslose und scheiß auf FLAC, Napster Flatrate und SONOS gekauft. Steuerung über ein Tablet. 15 Mio. Songs. Und mit der Mobile-Flat hat man den Kram auch aufs Handy runterladen.

Bücher: Kindle. Darstellungsqualität ist gut. Akku hält ewig. Und man muss auch nicht zwei Tage auf Amazon warten.

Alles im Haus, Rente kann kommen. Fehlt nur noch der Koch.

ps_
Das mit Hank Moody tut doch ein bisschen weh, ihr undankbares Pack.

Montag, 5. September 2011

Blut an meinen Händen

Ich bin zu vielem fähig. Aber diesmal ist das Blut an meinen Händen mein eigenes. Eierblut. Blut meiner Kastration. Kinder, Jungs, gebt fein acht: da draußen sind Weiber unterwegs - Drecksviecher vor dem Herrn. Wer die gebaut hat und wozu, weiß man nicht. Aber die kommen direkt aus der Hölle und sind auf Blut aus. Aus jedem Wohlverhalten, aus jeder Schwäche drehen die euch einen Strick und ziehen euch in ihren Sumpf aus Schwachsinn, Scheiße und Blut. Naja. Ist ja jetzt auch nicht unbedingt neu.

Und sonst so? Der Roller wird frisiert. Heute sagt man, glaube ich, pimpen. Der bekommt Lachgas. Nee, stimmt auch wieder nicht. Aber so eine Multivar 2000. Null auf hundert in so gut wie nix.

Nebenbei ein großes Ruhebedürfnis entwickelt. Hat mit dem permanenten Schlafmangel zu tun. Irgendwie steht gerade der Umgang mit meiner Tochter ein bisschen auf der Kippe. Ich werde dann nervös. Und würde gerne mal ganz anders. Mehr so, als hätte ich noch Eier. Aber in Wahrheit sind die in Geiselhaft. Das alte Mantra ist kaputt. Und das neue ist zermürbend: “alles versaut, alles falsch gemacht.”

Hank Moody, ich kann euch da keinen Vorwurf machen, ist viel besser als ich. Vor allem dran. Ich habe jede Folge gesehen – seine ExF ist ein Traum. Wo gibt es denn so welche, bitte? Ich will auch mal eine. Nur eine! Eine würde reichen – sogar zum Frieden machen.

Die soll mir dann auch gleich erklären, wie doof man sein muss, sich mit mir anzulegen. Weiß die denn nicht, dass ich immer einen Satz schraubbare Edelstahleier mit Nockengewinde im Nachtschränkchen habe? Hat die mich denn noch nie kämpfen gesehen?

Hank Moody


Scheiße. Ich verliere gegen Hank Moody. Einen FIKTIVEN Charakter. Das ist nicht fair. Ich kann aktuell 39 % meiner Leser NICHT leiden.

Abgesehen davon ist allein schon der Terminus “Das menschliche Urmeter” MEINE Erfindung, ihr undankbares Gesocks.

Und, ganz nebenbei, wenn Hank Moody MEINE ExF hätte, wäre dem auch nicht mehr nach lachen!

Mittwoch, 31. August 2011

Der Kinderschreck


DK hat ein großes Herz, weiß, wie die meisten Mädchen, was sie will (entweder das eine, das andere oder beides), tanzt manchmal zu Frida Gold auf Tischen und sitzt mit ihrem Vater gerne in Restaurants rum.

Rome: “Was macht die Schule? Sollen wir die anstecken oder gleich wegsprengen?”

DK: “Nee. Ist eigentlich ganz gut.”

Rome: “Wirklich? Aber was ist denn mit den Hausaufgaben? Und mit doofen Mitschülern.”

DK: “Ja, Hausaufgaben sind schon ein bisschen blöd. Aber ich mag die Schule eigentlich ganz gerne. Wir lachen ganz schön viel.”

Rome: “Aha. Aber du bist schon meine Tochter, oder? Nachher bist du’s gar nicht und ich lade dich dauernd zum Essen ein! Bist du’s, Helga?”

DK: “Ja!”

Rome: “Hm, okay.”

DK: “Du, Papa?”

Rome: “Ja, hier.”

DK: “Der neue Freund von der Mama ist irgendwie merkwürdig. Ich glaube, ich kann den nicht so gut leiden. Der hat am Wochenende bei uns geschlafen und der kam einfach so in mein Zimmer und guckt und spricht komisch. Und wenn ich die Mama gerufen habe, ist der gekommen. Ich weiß auch nicht, wieso.”

Rome: “Wie oft hast ihn denn schon gesehen?”

DK: “Erst einmal.”

Rome: “Den davor mochtest du aber, oder?”

DK: “Ja, der war nett.”

Rome: “Soll ich dir einen Tipp geben?”

DK: “Ja.”

Rome: “Rein theoretisch sucht sich deine Mama ja vermutlich keinen Kinderschreck aus. Manchmal hat man einen blöden Start. Ich an deiner Stelle würde beim nächsten Mal so tun, als seht ihr euch zum ersten Mal. Eine zweite Chance geben. So was in der Art…”

DK: “Aber der war wirklich merkwürdig.”

Rome: “Okay. Du machst einfach, was du für dich in Ordnung ist. Und wenn der immer noch merkwürdig ist und du ihn nicht magst, dann ist das einfach so. Gibt ja auch schlimmeres. Und wenn der richtig merkwürdig ist, und ich ihm die Nase brechen soll, sagst du mir Bescheid.”

DK: “Okay.”

Rome: “Das Fleisch ist ganz gut, oder?”

DK: “Ja!”

Rome: “Wusstest du, dass ich jetzt so eine Napster-Flatrate habe, und wir damit alle Musik hören können, die es auf der Welt gibt? Zeige ich dir dann mal. Hast du gerade ein Lieblingslied?”

DK: “Ich brauche die schönsten Kleider und die stärksten Männer… Wovon sollen wir träumen!”

Rome: “Achcom, echt?”

DK: “Das ist vermutlich das beste Lied aller Zeiten!”

Rome: “Das ist ja merkwürdig.”

DK: “Wieso?”

Rome: “Ich habe zufällig zwei Karten für das Frida Gold Konzert im Dezember. Ist aber montags und du müsstest dienstags vielleicht blau machen. Wäre das sehr schlimm?”

DK strahlt über beide Ohren. Ich bekomme einen Kuss und bin sehr sicher, dass sie wirklich meine Tochter ist.

Wie glaubwürdig bin ich - Umfrage

172 Stimmen. Im Durchschnitt hält man mich zu 60,2 % für glaubwürdig. 5 % glauben nicht ein Wort, 25 % glaube alles, was ich schreibe.
Die Wahrheit ist: manchmal lasse ich ‘was weg. Auch richtig gute Sachen. Dafür füge ich an anderen Stellen so ein bisschen was hinzu, achte dabei aber streng darauf, dass es in der Summe wieder hinhaut.
Meistens finde ich Leute, die mir nicht glauben, sehr entspannend. Wenn ich irgendwann entdeckt werde, sage ich einfach: “Haha. Stimmt ja gar nicht! Das ist ja nur so ein fiktives Dings.”

Mittwoch, 24. August 2011

Das Leben ist ein schales Vergnügen

Ich lache viel und laut. Meistens aus fadenscheinigen Gründen. Den halben Tag sage ich schlimme Sachen über andere Leute. Die andere Hälfte des Tages döse ich so vor mich hin. Kürzlich habe ich hier behauptet, dass ich versuche, Lücken zu finden, die kein anderer findet. Das stimmt. Und ich mache das, um mich zu produzieren und andere möglichst schlecht aussehen zu lassen. So bin ich. Alle meine Motive sind menschlich völlig daneben. Heute haben mir zwei Kollegen unterstellt, dass mir das Wohl meiner Kollegen wirklich am Herzen läge. Die Arschlöcher profitieren von irgendeinem Projekt, das ich durchgezogen habe.

“Hörma, kommt mir nicht so, ihr seid ja wohl bekloppt, das ist mir doch scheißegal”, habe ich gesagt. “Ich habe das NUR gemacht, weil der Idiot, der das vor mir versucht hat, nicht hinbekam. Das elende und blöde Schwein.”

Die Kollegen lachen dann. Glauben, ich mache Spaß. Die sind ungefähr so wie die Kollegen hier aus der Umfrage, die annehmen, ich denke mir das alles aus. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie solche Leute wohl aufgewachsen sind. Vielleicht wie Hanni und Nanni. Im Dorf. Oder wie die Ingalls? Ich weiß es nicht. Komme da nicht weiter. Und dann denke ich, ich bin ganz alleine auf der Welt. Dass ich alles Mögliche gefunden habe, aber keine Lücke, keinen Platz. Im nächsten Moment guckt man auf die Uhr und ist fast schon wieder ein Jahr älter. Und dass die anderen noch viel weniger irgendwas haben, hilft einem ja auch nicht. Blöd.

Sonntag, 21. August 2011

DNM - Umfrage

167 Stimmen.

45 % sagen: ich soll warten, aber zwischendurch auch mal eine andere heiraten. Blöd dabei: wenn ich nicht gerade als Liebeskasper unterwegs bin, kann ich SEHR abgeklärt sein. Das ist nicht so gut und nicht so besonders fair. Fürs Kinderkriegen ist das auch nicht so optimal. Abgelehnt.

37 % sagen: ich soll sie vergessen. Im Prinzip okay. Vergessen kann man aber nicht aktiv betreiben. Betäuben geht. Vergessen ist schwierig. Ich zum Beispiel kann mich niemals an irgendeinen Traum erinnern. Vulgo: ich träume nicht. Ja, von wegen. Letzte Nacht erst von DNM geträumt. Schlimm!

17% sagen: ich soll warten. Auch ganz schön scheiße. Ich habe mal fünf Jahre gewartet. Wenn man dann zusammenkommt, denkt man die ganze Zeit: blöde Sau, ich hab’s doch gleich gesagt. Die Leichtigkeit kommt über die Laufzeit abhanden. Dafür gibt es aber so eine latente Unsicherheit, warum man dann doch an die Reihe gekommen ist. Sodbrennen inklusive.

Achnaja, was soll’s, muss man durch.

Donnerstag, 18. August 2011

Mein Manifest (Teil 61-70)


61. Beten ist in Ordnung. Man sollte zum Beispiel beten, dass man eine halbwegs loyale Frau heiratet. Loyalität ist gut.

62. Keine Bücher von Matussek – nur die Artikel im Spiegel lesen.

63. Wenn man mehrere Zimmer hat: versuchen, alle Zimmer so einzurichten, dass man sich in allen Zimmern exakt gleich gerne aufhält.

64. Ein paar Haushaltstipps: in jedes Haus gehören eine TUBIE (bläst wunderbar), eine USB-Soundbar für das Notebook zum Filmegucken in der Wanne, Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, viele LED Fernseher mit Anschluss an einen dickes NAS, Lautsprecher, die man sich nicht leisten kann, eine Sauna und eine Massageliege.

65. Wenn es auch nur halbwegs Sinn macht und möglich ist: Frieden mit seinen Eltern schließen.

66. Ex-Frauen, mit denen man keine Kinder hat, komplett ignorieren.

67. Immer das essen, worauf man Lust hat. Wenn es irgendwie geht: nicht am Essen sparen.

68. Wenn man unterwegs und müde ist und das Gefühl hat, nie mehr nach Hause zu kommen, Arsch und Augen zusammenkneifen und Vollgas geben.

69. Rücklagen für die Haartransplantation aufbauen.

70. Nur mit Menschen befreundet sein, die sich Umzugsfirmen leisten können.

Montag, 15. August 2011

Pianomania

Die Japaner. Ich habe mal gehört, dass die Ausbildung zum Sushi-“Koch” in Japan sieben Jahre dauert. Bis die ein Messer anfassen und einen Kugelfisch auch nur von weitem anschauen dürfen, das dauert. Erst mal rollen und matschen die drei Jahre mit dem Reis rum. Aber es sind nicht nur die Japaner. In Deutschland muss man sich drei (?) Jahre ausbilden lassen, bis man in einer Bäckerei fachgerecht für Kunden Brötchen in eine Papiertüte werfen darf.

Ich habe ja mehr so überhaupt keine Ausbildung. Schlimmer noch: ich glaube (meistens) auch gar nicht an Ausbildungen. Ich werde diese Woche operiert. Und ich war in meinen Überlegungen, mich selbst zu operieren, bedrohlich weit. Flugzeug fliegen? Klar, mach’ ich, muss mir nur einer zeigen, wo die Bremse und die Blinker sind. Immer wenn ich vor Gericht stand, habe ich dem Anwalt den Mund verboten und selber verhandelt. Vorträge vor Experten? Jo, gucke ich einfach noch ernster als sonst. Pornostar? Nennt mich Rocco. Rennfahrer? Aus der Bahn. Vor dem Head Of Location auf dicke Hose machen? Hier. Dem COO sagen, was er falsch macht? HIER! Alle anderen abwerten? Kein Problem. Klavier spielen ohne Klavierunterricht? Yes. So tun als ob? Das bin ich, ein Hochstapler.

Vielleicht, wenn ich im nächsten Leben ein bisschen geduldiger und klüger bin, dann mache ich auch mal so eine Ausbildung und rolle drei Jahre lang jeden Tag Reisröllchen. Einmal wissen, was man tut, das muss beruhigend sein. Jedenfalls wäre das mal eine neue Erfahrung.

ps_
Letzte Woche habe ich mich mit dem Personalchef angelegt. Der ist jetzt sauer auf mich. Wenn jemand eine Lehrstelle für mich hat, sag’ mal Bescheid!